Kantersieg gegen Lettland

DFB-Team meistert die EM-Generalprobe mit einem Offensivfeuerwerk

08. Juni 2021 - 0:49 Uhr

Löw-Elf begeistert mit Spielwitz und Offensivdrang

Die Europameisterschaft kann kommen! Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat den letzten Test vor der EM gegen Lettland deutlich und mit einem wahren Offensivfest gewonnen. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw siegte am Montagabend in Düsseldorf vor rund 1000 Zuschauern mit 7:1 (5:0). Die Highlights der Partie sehen Sie oben im Video.

Deutschland - Lettland 7:1 (5:0)

Tore: 1:0 Gosens (19.), 2:0 Gündogan (21.), 3:0 Müller (28.), 4:0 Ozols (39/ET.), 5:0 Gnabry (45.+1), 6:0 Werner (50.), 6:1 Saveljevs (75.) , 7:1 Sané (76.)

Das DFB-Team geht mit einem Kantersieg in Richtung Europameisterschaft (ab 11. Juni). Dank eines Doppelschlags durch Robin Gosens und Ilkay Gündogan stellte die Löw-Elf gegen die unterlegenen Letten die Weichen schon früh auf Erfolg.

Der Bundestrainer hatte sein Team im Vergleich zum Testspiel gegen Dänemark auf vier Positionen umgebaut. So durften die Champions-League-Helden Kai Havertz und Antonio Rüdiger von Beginn an ran. Zudem setzte Löw in der Startelf auch auf Gündogan und Toni Kroos. Der Trainer schickte sein Team erneut mit einer Dreierkette aufs Feld. In der Spitze startete Serge Gnabry.

Erste Ehren gab es schon vor dem Spiel: Keeper Manuel Neuer bestritt gegen Lettland sein 100. DFB-Spiel. Vor dem Anpfiff standen die Mitspieler Spalier für den Bayern-Keeper, der als erster Torwart diese Marke in der Nationalmannschaft erreicht.

Video: Spalier für Manuel Neuer

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Wer will nochmal, wer hat noch nicht?

Schon nach 40 Sekunden erarbeitete sich das DFB-Team die erste Möglichkeit gegen den Gegner, der in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 138 liegt – hinter Ruanda, Tansania und den Komoren. Matthias Ginter schickte Thomas Müller auf der rechten Seite steil, der Bayern-Angreifer scheiterte aus spitzem Winkel am lettischen Keeper. Nur Sekunden später zog Champions-League-Final-Held Havertz aus der Distanz knapp am Tor vorbei. Die Löw-Elf machte früh Dampf, die Letten igelten sich weitgehend in der eigenen Hälfte ein. Zunächst biss sich Deutschland die Zähne aus. Gnabry (13.) rauschte vorbei, Müller traf den Ball nicht richtig (17.).

Dann brach Robin Gosens den Bann (19.). Der Italien-Legionär leitete sein erstes Länderspieltor selbst ein. Der Bergamo-Profi brachte Havertz links ins Laufen, der Youngster legte zurück auf Gosens, der den Ball mit Links unter der Latte versenkte. Nur 86 Sekunden später machte Ilkay Gündogan den Doppelschlag perfekt. Aus 15 Metern nagelte der ManCity-Star den Ball mit dem linken Spann ins Eck.

Video: Gosens erzielt sein erstes Länderspieltor

Und noch bevor die erste halbe Stunde durch war, erhöhte Wirbelwind Müller auf 3:0. Gosens legte von der Grundlinie flach zurück Richtung Elferpunkt – der DFB-Comebacker veredelte mittig und aus vollem Lauf aus sieben Metern. Die deutsche Mannschaft zeigte auch nach der frühen Führung viel Spielwitz, ließ nicht locker. Chancen für Lettland? Keine!

Dafür umso mehr für Deutschland. Und auch die Chancenverwertung passte jetzt. Henkelpott-Held Havertz blieb weiter im Erfolgsmodus. Der 21-Jährige tänzelte nach Müller-Zuspiel zwei Verteidiger aus, spitzelte den Ball nach seinem Solo ins lange Eck. 4:0! Da der Ball noch abgefälscht war, wertete die UEFA den Treffer allerdings als Eigentor. In der Nachspielzeit war dann nach Hummels-Traumpass Gnabry an der Reihe. Schon zur Halbzeit war der lettische Drops gelutscht.

Video: Die Löw-Analyse

RTL-Experte Matthäus tippte auf 6:0

Zeit also zu testen und neuen Spieler eine Chance zu geben. Löw wechselte in der Pause Timo Werner und Leroy Sané für Havertz und Gnabry ein. Joker Werner stach sofort und sammelte wichtiges Stürmer-Selbstbewusstsein. Joshua Kimmich bediente den Chelsea-Angreifer im Strafraum. Werner hielt den Fuß rein – drin!

Video: Müller - "Es ist alles möglich"

So war bereits nach 50 Minuten der Tipp von RTL-Experte Lothar Matthäus erreicht. Vor der Partie hatte der Weltmeister von 1990 auf einen "klaren 6:0-Sieg" getippt. Doch dabei blieb es nicht ganz.

Nach einer Stunde rotierte der Bundestrainer weiter, brachte Christian Günter, Niklas Süle und Emre Can ins Spiel.

Das DFB-Team nahm etwas den Fuß vom offensiven Gaspedal. Sané (67.) ließ die Chance auf das siebte Tor per Volleyschuss liegen. Von Lettland kam weiter wenig, Torhüter Neuer blieb in seinem 100. Spiel lange Zeit ungeprüft – bis es plötzlich im deutschen Tor einschlug. Aleksejs Saveljey zimmerte aus 20 Metern den Ball volley ins Tor. Es war der erste gefährliche Torschuss der Letten. Für diesen Treffer wurde die Phrase "wie aus dem Nichts" erfunden. Doch schon im Gegenzug stellte Sané wieder den alten Abstand her. Es blieb beim 7:1.

Video: "Sieg nicht überbewerten"

So geht es für das DFB-Team weiter

Am Dienstag reist der gesamte DFB-Tross ins EM-Basisquartier im fränkischen Herzogenaurach. Am 15. Juni beginnt für das Löw-Team mit dem Vorrundenspiel in München gegen Frankreich das Turnier. Eine Aufgabe, die garantiert um einiges schwieriger wird, als die lettische an diesem Montagabend. (msc)

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