Geht's noch?

"Dein Baby ist fett und hässlich!" Neu-Mama wird im Netz wüst beschimpft

Wie bitte? Das Baby von Amarah Bryan-Brown wurde im Netz beleidigt.
Wie bitte? Das Baby von Amarah Bryan-Brown wurde im Netz beleidigt.
© instagram/meet.the.taylors

24. September 2021 - 11:33 Uhr

Ein Baby im Netz beleidigen? Geht gar nicht!

Menschen im Internet zu mobben, ist ein absolutes No-Go – doch trotzdem kommt es immer wieder vor. Unschuldige Babys im Netz zu beleidigen ist dann nochmal eine andere Hausnummer. Aber auch das passiert, wie zwei Mütter aus Großbritannien bestätigen können. Aus harmlosen Familien-Postings wurde schnell Ernst – und es hagelte grausame Kommentare zu den Kleinsten.

Baby als fett, hässlich und Insekt beschimpft

Eine Mutter hält die Füße ihres Babys in der Hand und formt ihre Hände zu einem Herz.
Der eigene Nachwuchs ist meist der größte Stolz der Eltern. Kein Wunder also, dass es sie umso härter trifft, wenn selbst die Kleinsten online beleidigt werden. (Symbolbild)
© Liudmila_Fadzeyeva, Liudmila Fadzeyeva

Im Internet fühlt sich der ein oder andere – vor allem wenn man sich hinter einer gewissen Anonymität verstecken kann – anscheinend sicher und gut damit, andere Personen anzufeinden. Die dreifache Mutter Rebecca Taylor aus Großbritannien musste das nun am eigenen Leib erfahren. Sie postete in den sozialen Netzwerken Fotos von ihrem jüngsten Kind Kody – nur um sie bereits nach wenigen Stunden wieder zu löschen. Mit den vielen verletzenden Kommentaren habe sie nämlich nicht gerechnet: "Kody hatte etwas geschwollene Augen, fleckige Haut und war mit etwa 3,7 Kilo schwerer als meine beiden vorherigen Babys. Aber er war gesund und in meinen Augen war er perfekt. Ich war einfach begeistert, die Nachricht zu teilen, dass ein glückliches Baby inmitten der Pandemie zur Welt gekommen ist."

Nach kurzer Zeit hagelte es Kommentare: das Kind hätte Käferaugen und sähe aus wie ein Insekt. "Leute, die ich nicht einmal kenne, hinterließen Kommentare, die mich schockierten", erzählt die 31-jährige Assistentin gegenüber der "Sun". Auch als fett und hässlich sei ihr Sohn, der zu dem Zeitpunkt nicht mal eine Woche alt war, beschimpft worden.

Rebecca Taylor löschte alle Bilder ihrer Kinder

Letztendlich sah Taylor nur noch einen einzigen Ausweg: Sie meldete und löschte die Kommentare. Doch als das alles nicht half, entschied sich die dreifache Mutter dazu, die Bilder einfach von den jeweiligen Plattformen runterzunehmen. Ihr Ziel sei es in Zukunft, Kody beizubringen, wie man sich in den sozialen Medien richtig verhält, wozu vor allem eines zählt: freundlich sein.

Lese-Tipp: Social Media: Wie viel Fluch und Segen stecken darin?

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Dieses sieben Monate alte Baby wurde ebenfalls angefeindet

Auch die 20-jährige Amarah Bryan-Brown aus Nottingham hat gegenüber der britischen Boulevardzeitung Ähnliches zu berichten. Nicht sie wurde angefeindet – sondern auch ihr Baby! Fett, hässlich, "glubschäugig": All diese Beschreibungen musste die Mutter über ihre sieben Monate alte Tochter Mia-Rae damals lesen. Dass sie wütend auf die bösartigen Kommentare der Fremden reagiert hat, dürfte keine Überraschung sein.

"Mia-Rae war erst sieben Monate alt und es war ein einfaches Video von mir, wie ich ihr morgens die Haare mache und mich fertig mache. Das Video ging viral und wurde mehr als 2,3 Millionen mal angesehen. Am Anfang waren die Reaktionen wirklich positiv, aber je mehr Leute es sahen, desto grausamer wurden die Kommentare", erzählt die Neu-Mama gegenüber der "Sun". Auch auf das Gewicht ihrer Tochter wurde eingegangen, laut den Nutzer-Kommentaren sah Mia-Rae aus "wie ein Sumo-Ringer". Mittlerweile ist Mia-Rae zwei Jahre alt, Mutter Amarah postet weiter fleißig in den sozialen Medien: "Ich war verletzt, aber dann habe ich angefangen zu hinterfragen, was jemanden das Recht gibt, über meine Familie zu urteilen. Meine Tochter ist gesund und wohlauf und wir sind glücklich. Die Anderen können über uns sagen, was sie wollen – es wird nichts daran ändern."

Im Internet ist nicht einfach alles plötzlich erlaubt

Eine junge Frau liegt im Bett und schaut auf ihr Smartphone. Dabei sieht sie alles andere als glücklich aus.
In den sozialen Medien sollte man sich Anfeindungen nicht gefallen lassen.
© tommaso79

Ob die Trolle aus dem Netz einem das auch ins Gesicht sagen würden? Vermutlich eher nicht. Wozu dann der ganze Hass im Internet? Denn generell sollte man immer daran denken: Hinter den Computer-Bildschirmen oder vor dem Smartphone sitzen echte Personen, die Gefühle haben und verletzt werden können. (vdü)