Doppelt so hohe CO2-Emission wie Rindfleisch

Darum ist Butter das klimaschädlichste Lebensmittel

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30. Mai 2019 - 14:09 Uhr

Alles in Butter mit der Butter? Von wegen!

Dass zu unseren größten Klimasünden nicht nur Fliegen und Autofahren, sondern auch Lebensmittel gehören, ist inzwischen bekannt. Doch der Spitzenreiter ist dabei nicht etwa Rindfleisch, sondern Butter! Für ein Kilogramm des Streichfetts werden knapp 24 Kilogramm CO2-Äquivalente ausgestoßen – zum Vergleich: Beim zweitgrößten Klimakiller, Rindfleisch, sind es 13 Kilogramm, also "nur" gut die Hälfte. Woher kommt diese immense Zahl?

von Jolanda Ost

Viel Milch, viele Kühe, viele Treibhausgase

Schuld an den hohen CO2-Emissionen ist die Herstellung. Für ein Kilogramm fertige Butter werden 18 Liter Kuhmilch benötigt, die in vielen einzelnen Schritten verarbeitet werden muss. Dabei wird viel Energie aufgewendet, die jedoch verhältnismäßig wenig des fertigen Produkts ergibt. Viel Einsatz, wenig Butter! Und entsprechend viele Kühe müssen gehalten werden, um die zur Butterproduktion erforderliche Milch bieten zu können. Schädlich für die Umwelt ist an der Tierhaltung nicht nur die Futterproduktion, sondern auch die Mengen an Methangas, die Tiere im Laufe ihres Lebens bei der Verdauung ausstoßen. Das Gas ist deutlich klimaschädlicher als Kohlenstoffdioxid. Laut der UN-Welternährungsorganisation ist die Tierwirtschaft abgesehen von den Unmengen an Methan auch für massenweise Kohenstoffdioxid und Stickoxid verantwortlich –die drei klimaschädlichsten Treibhausgase.

Die größten Klimasünder auf dem Teller

1. Butter

2. Rindfleisch

Auf dem zweiten Platz der klimaschädlichsten Lebensmittel steht Rindfleisch – das Produkt, an das womöglich die meisten denken, wenn es um Treibhausgase geht. Und das zu Recht, denn auch wenn die Rindfleischproduktion weniger schädlich ist als die Butterproduktion, sorgt ein Kilogramm Rindfleisch auf dem Teller für rund 13 Kilogramm CO2-Äquivalente. Die Bilanz ist unter anderem geringer als bei Butter, weil Schlachtrinder eine kürzere Lebensdauer als Milchkühe haben und deshalb nicht so viel Methan ausstoßen. Trotzdem ist die Rindfleischproduktion eine ordentliche Klimabelastung!

3. Käse

Auch für Käse werden literweise Milch und dementsprechend viele Milchkühe gebraucht. Wer den Käse nach Klimafreundlichkeit aussuchen möchte, sollte auf den Fettgehalt des Käses achten. Je weniger Fett, desto besser, da weniger Milch verwendet wird. Im Durchschnitt werden bei einem Kilogramm Käse ca. acht Kilogramm CO2-Äquivalente ausgestoßen.

4. Schweinefleisch und Geflügel 

Dass Schweinefleisch und Geflügel eine bessere Klimabilanz als Rindfleisch haben, liegt daran, dass der Methangas-Ausstoß geringer ausfällt. Bei konventioneller Haltung werden pro Kilogramm Fleisch rund drei Kilogramm CO2-Äquivalente erzeugt. Ein Problem gibt es aber trotzdem: Da Schwein und Geflügel das Futter gut verwertet und somit günstig in der Aufzucht ist, steigt die weltweite Nachfrage immer weiter an – zum Leid des Klimas.

Frisches Gemüse – gut für die Gesundheit und gut fürs Klima!

Mit frischem Gemüse tun Sie nicht nur Ihrer Gesundheit, sondern auch dem Klima etwas Gutes. Bei der Produktion fallen durchschnittlich 0,15 Kilogramm CO2-Äquivalente an, somit ist Gemüse das klimafreundlichste Grundnahrungsmittel. Dabei empfiehlt es sich, auf saisonale und regionale Produkte zurückzugreifen, um die Anlieferung aus fernen Ländern zu vermeiden.

Und übrigens: Statt Butter können Sie zu Margarine greifen! Die Produktion von einem Kilo des pflanzlichen Streichfetts sorgt für etwas mehr als ein Kilogramm CO2-Äquivalente – das sind knapp 23 weniger als bei Butter.