Rekordminus wegen Corona

DAK droht mit Mega-Beitragserhöhung

Laut einer aktuellen DAK-Studie müssen gesetzliche Krankenkassen mit einem Rekordminus rechnen.
Laut einer aktuellen DAK-Studie müssen gesetzliche Krankenkassen mit einem Rekordminus rechnen.
© picture alliance, Maurizio Gambarini

14. Juni 2021 - 12:46 Uhr

Krankenkassen können Kosten nicht mehr stemmen

Wie schlecht steht es eigentlich um unsere Sozialversicherungen wirklich? Erst letzte Woche die Hiobsbotschaften von der Rentenfront: Zunächst ist von Rente mit 68 die Rede, dann sogar vom Rentenbeginn mit 70 Jahren. Jetzt kommt der Krankenkassen-Hammer: Wegen Corona droht ein Rekordminus, die Kassen können die Kosten offenbar nicht mehr stemmen.

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Versicherungsfremde Leistungen sollen komplett gestrichen werden

Der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland droht nach einer Untersuchung des Iges Instituts im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit ein Rekorddefizit. Bis 2025 könnte das Minus 27,3 Milliarden Euro betragen. Schon jetzt verzeichnen die gesetzlichen Krankenkassen das höchste Minus seit 2003. Die wachsende Finanzlücke bedrohe die Handlungsfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung, teilte der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, am Montag mit: "Wenn jetzt nicht gehandelt wird, droht den Versicherten schon 2023 der historisch größte Beitragssprung." Der durchschnittliche Zusatzbeitrag könnte um 1,6 Prozentpunkte steigen.

Gründe für das drohende Milliarden-Defizit seien die Bekämpfung der Corona-Pandemie, die Gesetzgebung der Bundesregierung, höhere Kosten aufgrund des medizinisch-technischen Fortschritts und die demografische Entwicklung.

Lese-Tipp: Achten Sie beim Krankenkassen-Wechsel auf die Zusatzleistungen!

Storm forderte, die sogenannten versicherungsfremden Leistungen, zu denen etwa die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern, Ehepartnern, Rentnern, aber auch das Erziehungs- und Mutterschaftsgeld gehören, stärker mit Steuergeld zu finanzieren. Der Iges-Studie zufolge steht versicherungsfremden Leistungen von rund 41 Milliarden Euro ein regulärer Bundeszuschuss von 14,5 Milliarden Euro gegenüber.

"Um die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung stabil zu halten, ist eine - ordnungspolitisch ohnehin gebotene - schrittweise Anhebung der Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen notwendig", betonte der DAK-Vorstandschef. Er appellierte an die künftige Bundesregierung, eine Definition versicherungsfremder Leistungen im Sozialgesetzbuch V aufzunehmen. Fragt sich nur, ob das tatsächlich ausreicht, die Sozialversicherungskosten in den Griff zu bekommen. (dpa/aze)

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