So viel können Sie beim Wechsel sparen

Krankenkassen-Wechsel: Achten Sie auf die Zusatzleistungen!

15. Januar 2021 - 13:09 Uhr

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag wird auf 1,3 Prozent erhöht

Die Corona-Krise kommt die Krankenkassen teuer zu stehen. Viele gesetzliche Kassen haben deshalb zum Jahreswechsel den Zusatzbeitrag erhöht – um durchschnittlich 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent. Wie viel der Zusatzbeitrag tatsächlich beträgt, ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich – wer sie wechselt, kann deshalb mehrere Hundert Euro sparen. Wichtig ist aber, dabei unbedingt auf die Zusatzleistungen der einzelnen Kassen zu achten.

Seit diesem Jahr ist der Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse jedes Jahr und deutlich unkomplizierter möglich - ähnlich wie bei der Kfz-Versicherung. Für wen sich das lohnt und was man bei der Entscheidung außerdem beachten sollte, erklärt Expertin Sabine Baierl-Johna von "Finanztest" im Video.

In diesen Fällen gilt ein Sonderkündigungsrecht

Hat die gesetzliche Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht, können Versicherte sofort wechseln: "Sie haben ein Sonderkündigungsrecht. Allerdings gibt es dann einen Wechselzeitraum, in dem Sie noch in der alten Kasse versichert sind – der beträgt zwei Monate zum Monatsende. Wenn sie zum Beispiel zu Ende Januar kündigen, dann sind sie am 1. April in einer neuen Kasse", so Sabine Baierl-Johna von "Finanztest". Wer den Arbeitgeber wechselt, kommt sogar ohne jegliche Frist aus der alten Kasse heraus.

Krankenkasse mit guten Zusatzleistungen spart zusätzlich Geld

Wechselwillige sollten aber unbedingt darauf achten, dass die neue Krankenkasse auch gute Zusatzleistungen bietet. Wer eine Kasse mit guten freiwilligen Leistungen wählt, kann zusätzlich Geld sparen – etwa bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, Zahnersatz oder bei Online-Fitnesskursen.

Laut dem Deutschen Institut für Servicequalität (DISQ) schneiden folgende Krankenkassen bei den freiwilligen Zusatzleistungen am besten ab:

  • Viactiv Krankenkasse
  • AOK Nordwest
  • hkk Krankenkasse

Viele Krankenkassen haben seit Beginn der Corona-Krise auch die Zusatzleistungen, die online angeboten werden, sehr erweitert, sagt Sabine Baierl-Johna von "Finanztest": Mittlerweile werden viele Gesundheits-, Bewegungs- und Ernährungskurse online angeboten, die die Krankenkassen unterschiedlich hoch bezuschussen. Auch das sollte bei der Wahl der neuen Kasse beachtet werden.

Jetzt ist der Krankenkassen-Wechsel deutlich leichter

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Ab 2021 wird das Verfahren zum Wechsel der Krankenkasse vereinfacht.
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Ist die Wunsch-Kasse mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis gefunden, ist der Wechsel dahin nun deutlich leichter: Man meldet sich nun einfach online bei der neuen Krankenkasse an und gibt dem neuen Arbeitgeber Bescheid, dass man die Kasse wechseln möchte, erklärt Sabine Baierl-Johna. Seit dem Jahreswechsel ist man nicht mehr wie bisher 18 Monate, sondern nur noch zwölf Monate an seine Versicherung gebunden, kann also theoretisch jedes Jahr wechseln.

Den Vertrag bei der alten Kasse muss man dafür grundsätzlich nicht kündigen: Das übernimmt die neue Kasse im elektronischen Verfahren. Eine Versicherungslücke ist beim Wechsel übrigens ausgeschlossen.