Bayerisches Altenheim teilweise evakuiert

Mehrzahl der Pflegekräfte erkrankt oder in Quarantäne

Evakuierung Altenheim Burglengenfeld
Evakuierung Altenheim Burglengenfeld
© Viofogra

14. Dezember 2020 - 9:20 Uhr

Nur eine Pflegerin erschien zur Nachtschicht

Am Donnerstagabend kann die Seniorenresidenz im oberpfälzischen Burglengenfeld die Situation nicht mehr allein bewältigen. In einem der beiden Häuser war das Coronavirus ausgebrochen: Bis auf eine Pflegerin hat sich das gesamte Personal mit dem Virus infiziert oder musste in Quarantäne. Das Altenheim ist teilweise evakuiert worden, einige Senioren mussten in eine ambulante Intensivpflege in Regensburg verlegt werden.

Pflegerin bekommt Unterstützung von Rettungsdienst

Vor den 65 Rettungskräften, die im Einsatz sind, liegt eine Mammutaufgabe: 42 Bewohner, 37 von ihnen Corona-positiv, verteilt auf drei Etagen. Zum Teil schwer erkrankte Menschen. "Das Sichtungsergebnis zeigt uns, von den 42 Patienten, neun Patienten erheblich gesundheitliche Beeinträchtigungen aufwiesen, teilweise auch gestörte Vitalfunktionen vorlagen, so dass wir neun Altenheimbewohner notfallmäßig in umliegende Kliniken verbringen mussten", erklärt der leitende Notarzt, Dr. Wolfgang Schreiber. Doch auch die Pflegesituation, das wird den Helfern vor Ort schnell klar, ist noch in der Nacht eine riesige Herausforderung. Noch in der Nacht versuchen die Behörden Pflegekräfte in der ganzen Region zu mobilisieren.

Kaum Entlastung in den nächsten Tagen

"Hier besteht ein enormer Betreuungsaufwand. Mehr und weit darüber hinausgehend von dem Betreuungsaufwand von normalen Pflegeheimbewohner," berichtet Dr. Wolfgang Schreiber, leitender Notarzt des gestrigen Einsatzes. Eine Situation, die eine Pflegerin alleine nicht bewältigen kann. Laut der verantwortlichen Behörde, dem Landratsamt in Schwandorf, stellt ein Rettungsdienst vorübergehend zwei Pflegefachkräfte sowie zwei Pflegehilfskräfte zur Verfügung. Die Unterstützung soll so lange gewährleistet sein, bis das erkrankte Heimpersonal wieder zurückkehren kann. Das Landratsamt Schwandorf geht aktuell davon aus, dass der Heimträger heute (11. Dezember) wieder in der Lage sein wird, die Betreuung zu übernehmen.

Dennoch bleibt die Situation weiterhin kritisch: "Wir müssen hier nicht nur bis morgen denken, sondern das erkrankte Personal und auch das in Quarantäne befindliche Personal wird auch in einem Zeithorizont von zehn bis 14 Tagen ausfallen, so dass es nicht nur hier akut darum geht, die Nacht zu überbrücken, sondern auch die nächsten Tage eine entsprechende pflegerische Versorgung zu gewährleisten für ein schwer erkranktes Patientenklientel," erklärt der leitende Notarzt.