US-Wissenschaftler sehen "Langzeitrisiko"

Müssen wir unsere Haustiere auch gegen Corona impfen?

ARCHIV - 30.09.2019, Bayern, Zapfendorf: Ein Tierarzt hält vor einer Hündin eine Spritze mit einer Impfung gegen Tollwut in den Händen. (zu dpa «Gebiet für tierärztliche Notrufnummer wird erweitert») Foto: Nicolas Armer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Noch ist ein Impfstoff für Hund & Katze Zukunftsmusik,
nar pil maf dna, dpa, Nicolas Armer

Dr. Zinn widerspricht US-Wissenschaftlern

Katzen und Hunde sollten in Zukunft gegen Covid-19 geimpft werden, sagt eine Gruppe von Wissenschaftlern in den USA. Sie gehen davon aus, dass die Übertragung von Tieren auf Menschen ein "signifikantes Langzeitrisiko" darstellt. Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, sieht das im RTL-Interview anders.

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Dr. Zinn: "Impfung bei Haustieren nicht notwendig"

Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des  Hygienezentrum Bioscientia, stellt sich Ihren Fragen.
Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezentrum Bioscientia
RTL

„Wir müssen uns mal überlegen, wie das Infektionsgeschehen ist. Das funktioniert nicht von Haustieren, die von Sofa zu Sofa gehen. Das ist eher, dass das Haustier sich beim infizierten Herrchen oder Frauchen ansteckt. Insofern sehe ich das als nicht notwendig an.“, sagt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia.

Bisher gibt es wenige Berichte über infizierte Haustiere. Meist sind es Katzen. Aber: „Die Tiere versterben nicht, die Tiere sind nicht der Infektionstreiber. Eine Impfung wäre eher etwas für die Nutztier- oder Massentierhaltung“, so Dr. Zinn weiter.

Während es Nutztiere wie Rinder und Scheine nicht betrifft , können sich Nerztiere, Menschenaffen und katzenähnliche Tiere durchaus infizieren. Beispielsweise bei Nerzen in Dänemark kam es bereits zu Infektionen. Die Tiere wurden daraufhin getötet. Da wäre eine Impfung – sofern irgendwann genug Impfstoff verfügbar ist – eine bessere Alternative. In Russland sollen Wissenschaftler bereits mit der Entwicklung von Impfstoff für Tiere begonnen haben.

Große Sorgen müssen Sie sich Dr. Zinn zufolge um Ihre Haustiere aktuell aber nicht machen.

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