„Müssen lernen, auf welche Krankheitssymptome wir achten müssen"

Corona bei Kindern: Auch die Kleinsten leiden an Long Covid und Co.

Mädchen steht mit Corona-Maske am Fenster und blickt traurig nach draußen
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt bislang nur Kindern im Alter von 12-17 Jahren die Corona-Impfung. Die Inzidenz bei Jüngeren ist dementsprechend hoch.
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Corona bei Kindern längst angekommen

Die Corona-Krise hat ihre Spuren hinterlassen. Immer deutlicher zeigt sich, welche Folgen die Pandemie vor allem für Kinder und Jugendliche hat. Sie sind zwar nur selten von schweren Krankheitsverläufen betroffen, dafür haben Ermüdungszustände, Vergesslichkeit und Antriebslosigkeit massiv zugenommen. Ärzte und Psychologen schlagen Alarm.

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Atemnot und Schwindel bei Kindern

Kinderarzt Thomas Buck untersucht eine Patientin.
Kinderarzt Thomas Buck untersucht eine Patientin.
RTL

Schweizer Untersuchungen zufolge leiden mindestens 2 Prozent der Kinder, die Corona hatten, an Long Covid-Folgen. Kinderarzt Thomas Buck aus Hannover kennt die Symptome solcher Patienten: „Die Kinder kommen und klagen, dass sie schwächer sind. Dass sie nicht mehr so leistungsstark sind. Dass sie müde sind. Dass sie vergesslicher sind. Dass sie ständig schlafen könnten.“ Solche Symptome gebe es auch bei anderen Infektionskrankheiten. Das Problem der Kinderärzte laut Thomas Buck: Sie wüssten nicht genau, welche Organsysteme sie untersuchen müssten: „Müssen wir die Lunge untersuchen, das Herz, die Neurologie. Und wie weit ist die Psyche angegriffen?“

Engpässe in Kinderkliniken

ARCHIV - 22.10.2019, Bayern, München: Ein Ärztin impft eine Patientin gegen Virusgrippe. (Zu dpa «Nicht nur Covid-19: In Arztpraxen läuft die Grippe-Impfung») Foto: Stephan Jansen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Grippeimpfung
sja sab, dpa, Stephan Jansen

Auffallend viele Kinder machen seit einigen Wochen Atemwegsinfekte durch, die eigentlich erst in den Wintermonaten zu erwarten wären. Betroffen seien vor allem unter Sechsjährige. Manche Kinderklinik ist deswegen bereits voll. „Das ist ein Phänomen, dass wir weltweit gesehen haben“, berichtet der Kinderarzt weiter. „Nachdem Hygieneregeln langsam gelockert werden, sehen wir plötzlich besonders bei Kindern, dass sich Infekte wieder breitmachen.“ Symptome seien eine beschleunigte oder schwere Atmung, oft in Kombination mit Husten. Um dem vorzubeugen, gebe es eine Reihe von Impfmöglichkeiten, wie zum Beispiel gegen Grippe oder Pneumokokken, erklärt Buck.

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Wie können wir Kindern helfen?

„Wir müssen genau hinsehen, welche Symptome Kinder bei Corona haben“, rät Thomas Buck. „Wir müssen lernen, auf welche Krankheitssymptome wir achten müssen. Und diesen Kindern wollen wir auch ein Sportprogramm geben.“ Dadurch sollen die Kinder langsam wieder lernen, ihre Belastung zu steigern, sagt der Kinderarzt. Um so wieder am Leben wie früher teilnehmen zu können.(mtu)