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Cold Case von 1988: Melissa Tremblay (11) erstochen - Polizei nimmt mutmaßlichen Mörder fest

Gerechtigkeit nach 34 Jahren

Cold Case von 1988: Melissa Tremblay (11) erstochen - Polizei nimmt mutmaßlichen Mörder fest

Melissa Tremblay wurde 1988 erstochen - 34 Jahre später wurde der mutmaßliche Mörder des Kindes festgenommen.
Melissa Tremblay wurde 1988 erstochen - 34 Jahre später wurde der mutmaßliche Mörder des Kindes festgenommen.
Cullman County Sheriff's Office via AP/ Essex District Attorney

Im September 1988 wurde die kleine Melissa Tremblay (11) erstochen, auf Schienen abgelegt und von einem Zug überrollt. Nun endlich, 34 Jahre nach ihrem Tod, wurde ein Tatverdächtiger festgenommen. Marvin C. M. wird wegen Mordes angeklagt und sitzt derzeit in Gewahrsam. „Wir haben Melissa nie vergessen“, sagte Staatsanwalt Jonathan Blodgett bei einer Pressekonferenz.

Anklage wegen Mordes an Melissa Tremblay

Wie die Polizei von Essex (County im US-Bundesstaat Massachusetts) bekannt gab, sei der 74-Jährige am Dienstag verhaftet worden. Gegen den Mann aus Breman (Alabama) wurde Haftbefehl wegen des Mordes an Melissa Ann Tremblay erlassen. Er befindet sich in Gewahrsam und soll heute vor einem Gericht in Alabama angeklagt werden. Marvin C. M. ist ein pensionierter Angestellter des „Massachusetts Department of Corrections“, einer Behörde, die für die Gefängnisse in dem Bundesstaat zuständig ist. Laut Blodgett sei nicht sicher, ob er 1988 für den Staat gearbeitet habe.

"Ich möchte allen danken, die von Anfang bis Ende an dieser Untersuchung beteiligt waren", sagte Bezirksstaatsanwalt Blodgett bei einer Pressekonferenz. "Ihr unermüdliches Streben nach Gerechtigkeit für Melissa hat uns an diesen Punkt gebracht. Wir haben Melissa nie vergessen, und wir haben auch nicht aufgegeben, ihren Mörder zur Rechenschaft zu ziehen.“

Spuren am Leichenfundort führten die Ermittler zu Melissas mutmaßlichem Mörder

Die Leiche des Kindes war am 12. September 1988 auf einem Bahngelände in Lawrence entdeckt worden. Die Obduktion ergab, dass Melissa erstochen und anschließend von einem Eisenbahnwaggon überrollt worden war. Die Elfjährige hatte ihre Mutter und deren Freund einen Tag zuvor in den „LaSalle Social Club“ begleitet. Während ihre Mutter und ihr Freund im Club blieben, hatte Melissa in den angrenzenden Vierteln gespielt. Dann verschwand sie. Zuletzt wurde sie von einem Bahnangestellten und einem Pizzalieferanten in den späten Nachmittagsstunden gesehen.

Nach Stunden der verzweifelten Suche, hatten Melissas Mutter und ihr Freund das Kind gegen 21 Uhr als vermisst gemeldet. Am nächsten Tag fand man das Mädchen tot auf, Blutspuren und Fußabdrücke in der Nähe des Leichenfundortes deuteten auf einen Kampf hin. Doch dem Mörder des Kindes kamen die Ermittler nicht auf die Schliche. Jahre vergingen, zahlreiche Zeugen und Verdächtige wurden befragt. Seit 2014 arbeiteten Staatsanwälte und Kriminalbeamte der Staatspolizei von der Cold Case Unit in Essex an dem Fall. Wie Blodgett mitteilte, hätten die bei der Leiche sichergestellten Beweise maßgeblich zur Lösung des Falles beigetragen. Welche Spuren genau zu Marvin C. M. führten, wollte der Staatsanwalt jedoch nicht preisgeben. Diese Details würden während des Gerichtsverfahrens ans Licht kommen. "Die Beweise haben uns zu ihm geführt", sagte er. "Das werden wir Ihnen auf jeden Fall im Detail mitteilen, wenn er angeklagt wird. Es wird bei der Anklageerhebung dargelegt werden".

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Melissa Tremblays Familie "sehr erleichtert und sehr glücklich"

Die Ermittlungen ergaben, dass der Verdächtige 1988 in Chelmsford lebte, in Lawrence arbeitete und dort häufig auch die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Salem Street besuchte – die Straße liegt nur einen kurzen Fußmarsch von dem Leichenfundort und dem Club entfernt, aus dem Melissa verschwand.

Opferanwälte stehen in Kontakt zu den überlebenden Mitgliedern von Melissas Familie, darunter Tanten und einen Cousin. Blodgett sagte, er sei nicht sicher, ob der Tatverdächtige Melissa oder ihre Familie kannte. Außerdem gebe es keine Hinweise darauf, dass er in andere Verbrechen verwickelt war. "Er ist schon seit einiger Zeit eine Person von Interesse", so der Bezirksstaatsanwalt. "Die Familie war sehr erleichtert und sehr glücklich darüber, dass die an den Ermittlungen beteiligte Polizei nie aufgegeben hat. Es ist sehr erfreulich, dass wir nach all den Jahren, in denen wir nie aufgegeben haben, glauben, dass wir den richtigen Verdächtigen haben". (cwa)