Medikamenten-Skandal in Chemnitz

Hat Apotheker Krebsmedikamente gepanscht?

Labor zur Herstellung von Krebsmedikamenten (Symbolfoto)
Labor zur Herstellung von Krebsmedikamenten (Symbolfoto)
© picture alliance / Rolf Vennenbe, Rolf Vennenbernd, ve

16. Oktober 2021 - 15:33 Uhr

Chemnitz: Apotheker setzte offenbar Leben seiner Patienten aufs Spiel

Die Vorwürfe klingen ungeheuerlich: Ein Apotheker aus Chemnitz steht unter dem Verdacht, Krebsmedikamente in mangelhafter Qualität hergestellt und an Ärzte ausgeliefert zu haben. Das teilte die Landesdirektion Sachsen am Freitag mit.

Apotheke verkaufte gepanschte Medikamente für die Krebstherapie (Zytostatika)

Demnach gaben Mitarbeiter der Apotheke Ende September Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Zytostatika-Herstellung an die Landesdirektion. Daraufhin wurde die Apotheke durchsucht. Offenbar habe es sowohl Über- und Unterdosierungen als auch korrekte Dosierungen gegeben. Ob der Apotheker die Krebsmedikamente systematisch gestreckt hat und damit das Leben seiner Patienten aufs Spiel gesetzt hat, müssen die Ermittlungen jetzt zeigen. Man habe der Apotheke die Herstellung von Zytostatika untersagt, sie sei aber noch geöffnet, so die Landesdirektion.

2018 wurde ein Apotheker aus Bottrop zu einer langen Haftstrafe verurteilt, weil er gepanschte Krebsmedikamente an Patienten ausgegeben hatte. (dpa/kra)