Sportgerichtshof weist Klage ab

Prothesen-Weitspringer Rehm darf nicht bei Olympia starten

Markus Rehm ist Para-Weltrekordler im Weitsprung
Markus Rehm ist Para-Weltrekordler im Weitsprung
© dpa, Michael Kappeler, mkx

23. Juli 2021 - 21:25 Uhr

Markus Rehm nicht bei den Olympischen Spielen dabei

Paralympics-Star Markus Rehm darf nicht bei den Olympischen Spielen in Tokio starten. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) wies nach Angaben von Rehms Management die Klage des Para-Weitsprungweltrekordlers ab, in einer gesonderten Wertung zugelassen zu werden. Zur Begründung des Richterspruchs lagen zunächst keine Informationen vor.

Rehm sollte "außer Konkurrenz" starten

Bevor Rehm die höchste sportrichterliche Instanz angerufen hatte, war eine Einigung des Sportlers mit dem Leichtathletik-Weltverband World Athletics (WA) und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gescheitert.

WA berief sich bei der Ablehnung von Rehms Antrag auf eine inzwischen pikanterweise vom CAS geänderte Vorschrift zur Bewertung von Rehms Unterschenkelprothese. Daraufhin zog der 32-Jährige vor den CAS. , Der Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) hatte Rehm zuvor beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für einen Start "außer Konkurrenz" bei den Sommerspielen in Japan vorgeschlagen.

Markus Rehm träumte von Olympia

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"Keine Argumente" gegen Tokio-Start

Die Regeländerung zur Beurteilung von Vorteilen durch Prothesen hatte Rehm auf Tokio hoffen lassen. Denn durch die Umkehr der Beweislast müssen mittlerweile die Verbände darlegen, dass Aktive durch eine Prothese unerlaubte Vorteile im Vergleich zu Rivalen ohne Behinderung haben. Zuvor hatte die Beweislast bei den betroffenen Sportlern gelegen.

Rehm hatte sich von einem Start bei Olympia ein allgemeines Signal versprochen. "Ich möchte erreichen, dass Kinder auf der ganzen Welt vor dem Fernseher sitzen und sehen, alles ist möglich, egal welches Schicksal sie erfahren", begründete er sein hartnäckiges Engagement für eine Tokio-Teilnahme.

Unterstützung erhielt Rehm auch von Präsident Friedhelm Julius Beucher vom Deutschen Behinderten-Sportverband (DBS)."Es gibt keine Argumente mehr, eine Olympia-Teilnahme von Markus Rehm zu verwehren", meinte Beucher zu Beginn der Debatte. (sid/mar)

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