Männliche Küken sollen erst gar nicht schlüpfen

Bundestag verbietet Kükenschreddern: Werden Eier jetzt teurer, Frau Klöckner?

21. Mai 2021 - 8:32 Uhr

Kükentöten ab 2022 verboten

Mit "Kükenschreddern" ist nun Schluss: In der Legehennenzucht werden jährlich viele Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen getötet. Der Bundestag setzt dieser Praxis nun ein Ende, stattdessen sollen männliche Küken in verarbeitenden Betrieben künftig gar nicht erst schlüpfen. Das hat der Bundestag am Abend beschlossen. Das Gesetz gilt ab Anfang 2022.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner im RTL-Frühstart

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sagte am Morgen vor der Entscheidung in der Sendung "Frühstart" im Gespräch mit RTL-Reporter Philipp Sandmann (im Video): "Ich kann als Ministerin für Deutschland Entscheidungen treffen und garantieren, dass es kein produziertes Ei mehr geben wird aus Deutschland heraus, wo das Kükentöten Praxis ist. Das werden wir verbieten für deutsche Betriebe."

Die Ministerin konnte zwar nicht ausschließen, dass Eier aus ausländischen Betrieben importiert würden, die weiter die Praxis des Kükentötens anwendeten, aber: "Dort wo Eier vertrieben werden, z.B. im Supermarkt, haben wir das Bekenntnis von vielen Händlern, dass sie Eier nur noch aus Brütereien vertreiben werden, die das Kükentöten eben nicht nutzen und es wird auch gekennzeichnet werden."

Eier werden etwas teurer

ARCHIV - 27.07.2016, Mecklenburg-Vorpommern, -: Wenige Tage alte Küken stehen in einem Hähnchenmastbetrieb. Der Bundestag soll am 20.05.2021 das Verbot des massenhaften Kükentötens in der Legehennenhaltung ab Anfang 2022 beschließen. Foto: Jens Büttn
Ab 2022 ist Schluss mit dem Töten männlicher Küken
© dpa, Jens Büttner, jbu;cse vco wst

In Deutschland werden jährlich mehr als 40 Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen routinemäßig getötet, weil sie keine Eier legen und nicht so viel Fleisch ansetzen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte 2019 entschieden, dass Tierschutzbelange schwerer wiegen als wirtschaftliche Interessen und erklärte die Praxis nur noch für eine Übergangszeit für zulässig.

Für die Betriebe heißt das nun bis 2022, dass sie sich umstellen müssen. Das ist auch mit höheren Kosten verbunden. Mit Blick auf die möglicherweise ansteigenden Preise für Verbraucher sagte Klöckner: "Ein Ei wird ein paar Cent teurer werden, aber wir merken es immer wieder bei den Verbraucher-Umfragen: Die Verbraucher sagen uns, dass ihnen mehr Tierwohl auch mehr wert ist."

Die Bundeslandwirtschaftsministerin ergänzte mit Blick auf andere Länder: "Wir werden Vorreiter sein weltweit und ich bin mir sicher: Andere Staaten werden nachziehen."