RTL News>

Bundeskanzler Olaf Scholz in Irpin: Der russische Angriffskrieg sei "auf Zerstörung und Eroberung aus"

Bundeskanzler Scholz in Irpin

Russischer Angriffskrieg ist "auf Zerstörung und Eroberung aus"

France's President Emmanuel Macron, Italian Prime Minister Mario Draghi, German Chancellor Olaf Scholz and Romanian President Klaus Iohannis visit Irpin, Ukraine June 16, 2022. Ludovic Marin/Pool via REUTERS
Macron, Scholz, Draghi and Iohannis besuchen Irpin.
/RC/ZWO, REUTERS, POOL

Nach ihrer Ankunft mit einem Sonderzug in Kiew haben Bundeskanzler Scholz, der französische Präsident Macron und der italienische Ministerpräsidenten Draghi den zerstörten Vorort Irpin besucht. Die Erwartungen an Scholz bei seinem Ukraine-Besuch sind groß. Aus Regierungskreisen heißt allerdings, der Kanzler werde keine konkreten neuen Zusagen machen.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen rund um den Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit im Liveticker

Im Video gibt RTL-Korrespondent Christian Wilp eine Einschätzung zur Reise des Bundeskanzlers nach Kiew.

Christian Wilp über Scholz-Besuch in Ukraine Was hat der Bundeskanzler im Angebot?
02:16 min
Was hat der Bundeskanzler im Angebot?
Christian Wilp über Scholz-Besuch in Ukraine

30 weitere Videos

Rund 300 Zivilisten in Irpin hingerichtet

Bundeskanzler Olaf Scholz hat am Donnerstag das ukrainische Irpin besucht. Der SPD-Politiker traf am späten Vormittag in dem teils zerstörten Kiewer Vorort ein. Ähnlich wie im benachbarten Butscha wurden dort nach dem Rückzug der russischer Truppen Ende März knapp 300 teils hingerichtete Zivilisten gefunden.

Scholz verurteilte die „Brutalität“ des russischen Angriffskriegs und sprach von sinnloser Gewalt. Es seien unschuldige Zivilisten getroffen und Häuser zerstört worden. Es sei eine ganze Stadt zerstört worden, in der es überhaupt keine militärischen Strukturen gegeben habe. „Das sagt sehr viel aus über die Brutalität des russischen Angriffskriegs, der einfach auf Zerstörung und Eroberung aus ist.“ Die Zerstörungen in Irpin seien ein „ganz wichtiges Mahnmal“ dafür, dass etwas zu tun sei.

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagt bei einem Besuch in der ukrainischen Stadt Irpin, dort seien "Massaker und Kriegsverbrechen" begangen worden seien. "Es ist eine heroische Stadt, gezeichnet von den Stigmata der Barbarei." Irpin gehört neben Butscha zu den Vororten der ukrainischen Hauptstadt Kiew, in denen russische Soldaten Gräueltaten an der Zivilbevölkerung begangen haben sollen.

Draghi: "Die Welt steht an eurer Seite“

Ähnlich wie im benachbarten Butscha wurden in Irpin nach dem Rückzug der russischer Truppen Ende März knapp 300 teils hingerichtete Zivilisten gefunden.

Der Sondergesandte des ukrainischen Präsidenten Wolodomyr Selenskyj für eine EU-Beitrittsperspektive, Oleksij Tschernyschow, führte die vier Spitzenpolitiker in Irpin an Ruinen von Häusern vorbei, die bei russischem Beschuss beschädigt wurden.

Scholz, Macron, Draghi und Iohannis wollen in der Ukraine ein Signal der Solidarität mit dem von Russland angegriffenen Land senden. „Die Welt steht an eurer Seite“, sagte Draghi laut Nachrichtenagentur Ansa bei dem Besuch vor einem zerstörten Gebäude.

Vorort Irpin von russischen Truppen verwüstet

In Irpin lebten vor dem Krieg knapp 60 000 Einwohner. Die russischen Truppen konnten die Ortschaft nicht vollständig erobern, näherten sich hier aber der Stadtgrenze der Hauptstadt bis auf wenige Kilometer.

In Irpin ist das normale Leben weitestgehend wieder aufgenommen worden. Bus- und Eisenbahnverbindungen wurden wiederbelebt, eine Behelfsbrücke ersetzt die auf dem Rückzug der Ukrainer gesprengte Flussquerung, die Einwohner kehrten zurück und allerorts finden Aufräumarbeiten statt. Die durch den russischen Angriff entstandenen Zerstörungen sind jedoch weiter unübersehbar.

Wird Scholz keine neuen Zusagen machen?

In Regierungskreisen hieß es allerdings, Scholz werde in Kiew keine konkreten neuen Zusagen machen. Ob das EU-Trio der Ukraine eine Zusage zum Kandidatenstatus machen wird, gilt ebenfalls als unsicher. „Es muss ein Gleichgewicht gefunden werden zwischen den natürlichen Bestrebungen der Ukraine, der EU zu einem ganz besonderen Zeitpunkt beizutreten, und der Aufmerksamkeit für alle Länder, die bereits den Kandidatenstatus haben und in den Verhandlungskapiteln feststecken, sowie der Tatsache, dass wir die EU nicht destabilisieren oder spalten dürfen", hieß es in französischen Regierungskreisen. (dpa/reuters/aze)

Unsere Reporter vor Ort, Interviews und Analysen - in unserer Videoplaylist

Playlist: 30 Videos

So können Sie den Menschen in der Ukraine helfen

Helfen Sie Familien in der Ukraine! Der RTL-Spendenmarathon garantiert: Jeder Cent kommt an Alle Infos und Spendenmöglichkeiten hier !