Rituale und Übungen für innere Balance

Buch-Tipp: "Yoga is for everybody" von Mira Flatt

Mira Flatt ist überzeugt, dass jeder yogisch leben kann.
© Katharina Werner

26. Februar 2021 - 17:01 Uhr

Ein liebevolleres Miteinander durch Yoga?

Vorbei die Zeit, als Yoga vor allem die Suche nach Erleuchtung durch Meditation zum Ziel hatte. Heute verfolgen Yogaübungen zumeist einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist und Seele in Einklang bringen soll. Im Buch von Mira Flatt "Yoga is for everybody"* geht es um bedeutsame, supereinfache yogische Routinen für wirklich jeden Menschen. Egal an welchem Punkt im Leben Sie stehen, ob Sie alt oder jung sind, beweglich oder steif sind - Yoga beginnt im Kopf, bei einem selbst und der eigenen Atmung.

Der Beginn einer neuen Reise

Die Autorin des Buches ist der Meinung, dass sie Sportmuffel, Businessmänner, Sportskanonen und alle die, die denken, dass Yoga nichts für sie sei, vom Gegenteil überzeugen kann. Und dafür müssen sie, ihrer Meinung nach, nicht jeden Tag eine Stunde auf der Yogamatte stehen, müssen keine Leggins tragen, keine Mantras singen. Und auch Räucherstäbchen seien nicht von Nöten, um ein neues Kapitel in ihrem Leben zu beginnen.

Wie dies gelingen kann, zeigt Mira Flatt auf 192 Seiten des Buches, das mit einem Vorwort von Roland Liebscher-Brecht, Miras großem Mentor, beginnt. Außer dem Schmerzspezialisten kommen noch vier andere Experten im Buch zu Wort. Deren persönliche Yogaroutinen sollen dem Leser helfen, zu mehr Achtsamkeit im Alltag und damit zum eigenen Weg zu finden.

Warum Yoga?

Nach einer kurzen Einleitung geht's dann auch gleich los mit "Warum Yoga". Hierzulande wird Yoga gerne auf eine Sportart reduziert. Es geht um 30-Tage-Challenges, HIIT- oder Poweryoga und weniger um die Ganzheit. "Yoga ist ein Lifestyle, eine Art die Welt zu betrachten und auf sie zuzugehen", schreibt Mira Flatt. Für einen ersten Einstieg sei es völlig in Ordnung, sich "nur" auf seinen Körper zu konzentrieren. Ob's der Beginn einer langen Yogareise werden wird, muss jeder für sich entscheiden.

Zudem erfahren Sie etwas über den Ursprung von Yoga und können im Yogalexikon Wörter nachschlagen, die Sie vielleicht noch nie gehört haben.

Yoga & Ernährung

Dr. Petra Bracht und Buchautorin Mira Flatt.
Dr. Petra Bracht und Buchautorin Mira Flatt.
© Katharina Werner

Zu einer yogischen Lebensweise gehört auch das Thema "Ernährung". Denn mit dem, was wir essen, haben wir Einfluss auf alle Prozesse in unserem Körper – wir können uns stärken oder schwächen. Es gibt bestimmte Lebensmittel, die Ihrem Körper guttun und andere, die ihm eher schaden.

Veganer zu werden, wäre natürlich ganz im Sinn einer yogischen Ernährung. Aber keine Angst, Sie müssen nicht sofort auf alle Dinge verzichten, die Sie liebend gerne essen oder trinken. Seien Sie einfach bewusster beim Einkaufen und beim Kochen. Denn durch die richtige Ernährung in Kombination mit Yoga-Übungen ist es der Autorin zufolge möglich, Stress zu vermindern und inneren Zufriedenheit zu vermehren.

Mira Flatt verrät vier Tipps zum yogischen Essen:

  1. Keine Zwischenmahlzeiten: Der Körper braucht zwischen den Mahlzeiten Ruhepausen. Mindestens vier Stunden sollten zwischen den Hauptmahlzeiten liegen. Versuchen Sie zwischen der letzten Mahlzeit am Tag und der ersten am Folgetag 14 bis 16 Stunden vergehen zu lassen, damit Selbstheilungsprozesse und wichtige Reparaturarbeiten im Körper stattfinden können.
  2. Keine verarbeiteten oder tierischen Lebensmittel: Verwenden Sie am besten frische, naturbelassene Lebensmittel aus der Region. Achten Sie auf biologische Qualität, Saisonalität und vermeiden Sie möglichst tierische Produkte.
  3. Achtsam essen und bewusst kauen: Setzen Sie beim Essen Ihre Sinne ein: Wie sieht das Essen aus? Wie riecht es? Wie schmeckt es? Lassen Sie sich Zeit, kauen Sie gründlich und genießen Sie ihre Mahlzeit. Würzen Sie sparsam, um den puren Geschmack des Lebensmittels besser schmecken zu können.
  4. Keep it simple: Finger weg von Diäten und Kalorienzählen. Kreieren Sie neue Essgewohnheiten und schaffen Sie eine Regelmäßigkeit.

Yoga & Achtsamkeit

Beim Thema Achtsamkeit geht es um das Bewusstsein für unsere Erde, die sinnvolle Verwendung von Ressourcen und darum, Verantwortung für unser Tun zu übernehmen. Mira Flatts Tipp: Seien Sie präsent und das mit allen Sinnen. Das sei nicht immer einfach, aber jeder Tag könne dazu genutzt werden, achtsam zu sein. Wenn Sie regelmäßig üben, dann werde sich Ihre Fähigkeit immer weiter entfaltet.

Ganz nebenbei hat Achtsamkeit auch gesundheitliche Vorteile. Das ist in vielen Studien bewiesen worden. Forscher der Harvard University konnten in MRT-Untersuchungen (Magnetresonanztomografie) zeigen, dass regelmäßige Achtsamkeitsübungen die Struktur des Gehirns verändern und unter anderem bei chronischen Schmerzen helfen können.

Auch Meditation ist eine Form von Achtsamkeit

Mira Flatt: „Yoga is für everybody“
Auch Meditation ist eine Form von Achtsamkeit.
© Katharina Werner

Folgen Sie Mira Flatt in die 3-Schritte-Meditation:

  • Kommen Sie in einen bequemen Sitz und richten Sie sich gerade auf. Ziehen Sie ihre Schultern sanft nach unten und hinten. Legen Sie ihre Hände entspannt auf den Knien ab oder bringen Sie ihre Hände, wie zum Gebet, vor dem Herzen zusammen.
  • Seien Sie nun still und versuchen Sie an nichts zu denken. Wenn doch Gedanken aufkommen, dann betrachten Sie diese kurz, bevor Sie sie weiterziehen lassen.
  • Lassen Sie Ihren Atem natürlich und ruhig fließen und sagen Sie gedanklich beim Einatmen LASS und mit der Ausatmen LOS.

Mira Flatt gibt Ihnen in diesem Kapitel ebenfalls Tipps zum achtsamen Gehen und zu einer kleinen Reise in den eigenen Körper. Der "Achtsame Bodyscan" soll dazu dienen, den eigenen Körper besser zu verstehen. "Die Schokoladenübung" soll dagegen Ihren Genuss fördern und das unbewusste In-sich-Hineinschlingen verbannen. Eine großartige, sehr genussvolle Übung. Und wenn Sie danach auch noch in sich "hineinlächeln", dann werden Sie schnell die positiven Effekte dieser kleinen Achtsamkeitsübungen spüren.

Yoga & Bewegung

Mira Flatt: „Yoga is für everybody“
Mira Flatt ist überzeugt, dass jeder yogisch leben kann.
© Katharina Werner

Yoga durchzieht alle Lebensbereiche, da es um den achtsamen Umgang mit dem eigenen Körper, der eigenen Seele und unserer Umwelt geht. Dennoch ist die körperliche Bewegung, die Ausübung der Asanas (Sitz oder Körperhaltung), ein wichtiger Aspekt der alltäglichen Yogaroutine. Wenn Sie Asanas ausüben, gerät Ihr Körper in einen Flow (fließende Bewegungen). Das betrifft nicht nur Arme und Beine, Wirbelsäule und Muskeln, sondern auch den Atem. Daher ist es besonders wichtig, ihn immer fließen zu lassen. Es geht letztlich darum, loszulassen und dem eigenen Körper voll und ganz zu vertrauen.

Fayo-Yoga (Faszien-Yoga) ist eine Bewegungspraxis, die auf den Erkenntnissen der Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht basiert. Die Übungen bestehen aus speziellen Dehnungs-, Rotations- und Kräftigungsübungen. Sie zielen darauf ab, Schmerzen und Verschleiß zu verhindern, indem Bewegungsdefizite des Alltags ausgeglichen werden. Wie im herkömmlichen Yoga sind die Übungen in einen Flow eingebettet und sollen ihnen zu mehr Beweglichkeit, guter Laune und zu einem gesunden, gut durchfeuchteten Bindegewebe (Faszien) verhelfen.

Weiter Yoga-Stile werden im Kapitel ebenfalls beschrieben.

Yogaroutinen

Mira Flatt hat jeweils sechs besondere Yogaroutinen für morgens und abends entwickelt, mit der jeder, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, zu mehr Selbstbestimmtheit und Gesundheit finden kann. Alle Übungen werden von Mira selbst präsentiert, sind ausführlich erklärt und bebildert.

Doch bevor es los gehen kann, sollten Sie für eine schöne Umgebung und perfekte Bedingungen sorgen, damit Sie sich wohlfühlen. Hier ein paar Tipps von Mira Flatt dazu:

  • Schaffen Sie einen Raum, in dem Sie sich fallen lassen können. Ein fester Ort wäre perfekt, um eine gewisse Routine in ihre Praxis zu bringen.
  • Ziehen Sie bequeme Sachen an, in denen Sie sich wohlfühlen und in denen Sie sich gut bewegen können.
  • Legen Sie sich ein Paar Socken und eine Decke neben ihre Yoga-Matte*, denn in ruhigeren Positionen fällt die Körpertemperatur.
  • Nutzen Sie geeignete Hilfsmittel, die Sie unterstützen und mit denen Sie ihren Körper besser spüren können. Dazu eignen sich Erhöhungen wie ein Yogablock oder ein Kissen, ein Gurt oder eine Dehnungsschlaufe und die fayo-Faszienrolle.

Um Ihnen den Einstieg zu erleichtern, finden Sie im Buch eine 7-Tage-Checkliste, mit der Sie keine der Übungseinheit (jeweils zehn Minuten) mehr vergessen. Die Autorin empfiehlt jeden Tag zwei Häkchen zu setzen - jeweils für die morgendliche und abendliche Übung.

Yoga is für everybody – eine Art "Coffee Table Book"

Mira Flatt: „Yoga is für everybody“
Eine yogische Lebensweise ist sehr umfangreich und natürlich gehört auch das Thema „Ernährung“ dazu.
© Katharina Werner

Mira Flatt hat sehr großen Wert auf ein schönes Layout ihres Buches gelegt. Sie wollte eine Art "Coffee Table Book" kreieren, ein Buch also, das sich gut auf einem Couchtisch macht. Die zum Teil ganzseitigen Bilder stammen fast ausnahmslos von Mira Flatts Freundin, der Fotografin Katharina Werner. Einige der Fotos sind "mit viel Freude und Herzblut" im privaten Umfeld entstanden. Ergänzt wird das Buch von schönen Sprüchen von z.B. Oscar Wilde, Voltaire, Laotse und weiteren inspirierenden Menschen.

Wer ist Mira Flatt?

Mira Flatt ist das Gesicht und der kreative Kopf des ganzheitlichen fayo-Programms und bildete bereits über 500 fayo-Trainer aus. Als Quereinsteigerin, die sich von der Wirtschaftspsychologie hin zur Bewegungsexpertin und Trainerin für Faszien-Yoga weitergebildet hat, möchte sie ein Vorbild für diejenigen sein, die einen neuen Weg gehen möchten. Seit einigen Jahren begleitet sie die Entwicklung der Schmerztherapie nach "Liebscher & Bracht" und unterstützt Dr. Petra Bracht in ihren Buchprojekten. Sie hat die Rezepte des Bestsellers "Intervallfasten" geschrieben und an der Entwicklung der Übungen und Übungsflows mitgearbeitet.

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