Der Vorwurf: Tierquälerei

Brutale Bilder aus "Tierwohl-Stall" in Wietmarschen: Schweine werden mit dem Kopf gegen Kanten geschleudert

22. Dezember 2020 - 9:43 Uhr

Bilder aus einer versteckten Kamera

Es sind schwere Vorwürfe und heftige Bilder, die die Tierschützer des Deutschen Tierschutzbüros präsentieren: In Wietmarschen in der Grafschaft Bentheim soll ein Familienbetrieb seine Schweine nicht nur in total verdreckten Buchten untergebracht haben, sondern Mitarbeiter auch kranke Schweine nicht fachgerecht notgetötet haben. Die Bilder der versteckten Kamera sind extrem brutal. Deshalb überlegen Sie genau, ob Sie sich die Aufnahmen im Video ansehen möchten.

Nottötung: Notwendig, aber nicht fachgerecht

Landwirte müssen schwer kranke Tiere, die nicht gerettet werden können, von ihrem Leid erlösen. Normalerweise müssen die Tiere betäubt und anschließend getötet werden, zum Beispiel durch Ausbluten. Das passiere in Wietmarschen allerdings nicht, so der Vorwurf der Tierschützer. Solche brutalen Bilder habe auch Jan Peifer, der Geschäftsführer des Deutschen Tierschutzbüros bisher selten gesehen, die Nottötung sei unsachgemäß: "Indem man versucht, diese Tiere auf eine Buchtenkante zu schlagen, was überhaupt nicht funktioniert." Der Meinung von Jan Peifer zufolge sei das kein Einzelfall. "Man sieht ganz eindeutig, wie hinter verschlossenen Türen Landwirte mit Tieren umgehen und wir fordern von der Politik durchzugreifen und diese Tierquälerei zu beenden." Das Deutsche Tierschutzbüro hat gegen den Landwirt Anzeige erstattet.

Der Mastbetrieb ist Tierwohl-Stall

Auf dem betroffenen Hof werden die Ringelschwänze der Schweine nicht kupiert, also nicht abgeschnitten. Deshalb handelt es sich um einen Tierwohl-Stall, der dafür vom Land Niedersachsen eine Prämie bekommt. Allerdings, so die Vorwürfe, sollen die Tiere beim Transport zur Mastanlage genau an diesen Ringelschwänzen hochgezogen worden sein. Nach Aussage des Deutschen Tierschutzbüros erleiden die ca. 20 Kilogramm schweren Jungschweine dabei erhebliche Schmerzen.

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Was sagt der Landwirt dazu?

Am Telefon bestreite der Landwirt nicht, dass die Bilder von seinem Hof stammen. Er erzählt uns, dass er am Ende sei. "Ich habe Angst, noch etwas zu sagen." Er verweist auf seinen Anwalt Heiner Thölke. Der erklärt am Telefon: "Meinem Mandanten geht es sehr schlecht. Er weiß, dass er etwas verkehrt gemacht hat, das tut ihm unendlich leid. Mein Mandant will sich seiner Verantwortung stellen. Das war ein Einzelfall." Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt.