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Brüder mit Muskelschwund organisieren Festivals für Menschen mit und ohne Handicap

Eine Ehrennadel vom Ministerpräsidenten

Brüder mit Muskelschwund organisieren Festivals für Menschen mit und ohne Handicap

Sie wollen mit Musik Menschen helfen Brüder mit Muskelschwund
01:38 min
Brüder mit Muskelschwund
Sie wollen mit Musik Menschen helfen

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von Annika Redmer, Alena Akcay und Michelle Seidel

Am Dienstag wurden zwei ganz besondere Schleswig-Holsteiner für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Daniel Günther persönlich verlieh Arne und Lars Wienroth aus Padenstedt die Ehrennadel. Sie selbst haben Muskelschwund und setzen sich mit ihrem Verein Wheelfire Brücken für das Zusammenbringen von Menschen mit und ohne Handycap ein.

Erschreckende Diagnose als Kinder

Die Brüder sind auf den Rollstuhl und künstliche Beatmung angewiesen. Sie leiden seit ihrer Kindheit unter Muskelschwund. Die Diagnose wurde zufällig bei einer Routineuntersuchung gestellt. Damals waren Lars und Arne noch im Kleinkindalter. Bereits in der Schulzeit machen sich die ersten Symptome der Krankheit bemerkbar. Plötzliches Hinfallen und Schwierigkeiten beim Aufstehen aufgrund des Muskelversagens nahmen mit der Zeit immer mehr zu. Ihre Krankheit hält die beiden jedoch nicht davon ab, sich für andere stark zu machen, die ein ähnliches Schicksal wie sie teilen.

Durch Musik Brücken schlagen

Die Leidenschaft zur Musik verbindet Arne und Lars. 2014 gründeten sie den Verein Wheelfire Brücken mit dem sie ein Zeichen setzen wollen: „Berührungsängste existieren, das ist uns bewusst, das erleben wir beinahe alltäglich und wir wünschen uns einfach, dass Leute offener aufeinander zugehen“, erklärt der 42-Jährige Lars im Gespräch mit RTL Nord. Mit ihrem Motto: „Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber reiten kannst du sie“ wollen die Brüder andere Betroffene motivieren und einen Austausch aller fördern. Diese Botschaft soll durch Musik transportiert werden.

Brüder packen selbst an

2017 veranstalten die beiden das erste Wheelfire-Festival in Neumünster. Dabei traten Künstler, mit und ohne Handicamp auf. Dies war der Startschuss für diverse Aktionen. Videos, die aus der Sicht eines Rollstuhlfahrers gefilmt werden und eine Plakat-Reihe für mehr Sichtbarkeit sind einige von den Projekten des Vereins. Die Gründer mit Handicap packen dabei selbst an. Der 40-jährige Lars kümmert sich um die Grafik. Bildbearbeitung ist seine große Leidenschaft. Sein Bruder Arne schneidet mit Hilfe eines Klickers in der Hand Musikvideos. Die beiden zeigen, dass man gemeinsam viel erreichen kann und Musik verbindet.