Weil er sich ein Potenzmittel spritzen ließ

Brite hat tagelange Dauererektion

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12. August 2019 - 23:04 Uhr

Vom spaßigen One-Night-Stand ins Krankenhaus

Er wollte doch nur ein bisschen Spaß haben! Danny Polaris ließ sich von einem One-Night-Stand ein Potenzmittel verabreichen. Mit ziemlich fatalen Folgen: Seit Wochen liegt der Brite mittlerweile mit einer Dauererektion in einem Berliner Krankenhaus. Zeitweise drohte ihm sogar die Amputation.

„Das war eine der schlimmsten Entscheidungen in meinem Leben"

In der Nacht vor dem CSD hatte der in Berlin lebende homosexuelle Jazz-Sänger und freiberufliche Sex-Kolumnist Danny Polaris einen One-Night-Stand. "Ich bin mit einem Krankenpfleger nach Hause gegangen, der mir dann plötzlich ein Erektionsmittel injizieren wollte", erklärt Polaris gegenüber Pink News, einer britischer Online-Zeitung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender.

Obwohl er zuvor bereits eine Viagra-Pille eingenommen hatte, willigte Danny ein. "Das war eine der schlimmsten Entscheidungen in meinem Leben", so Polaris. Denn es kam zu einer fatalen Reaktion zwischen Viagra, den HIV-Medikamenten, die der Schauspieler nehmen muss und dem injizierten Mittel, bei dem es sich um den Wirkstoff Alprostadil handelte. Alprostadil vergrößert die Blutgefäße und fördert den Blutfluss im gesamten Körper. Die Folge: Es kam zu einer Dauererektion mit entsetzlichen Schmerzen.

Mit einer Dauererektion auf dem CSD

Da er zunächst keine Schmerzen hatte, versuchte Danny Polaris, diese so gut es eben geht zu ignorieren und ging trotz seiner körperlichen Einschränkungen zum CSD. 

Am nächsten Morgen wachte Danny Polaris mit wahnsinnigen Schmerzen auf und wurde in ein Krankenhaus in Berlin Kreuzberg eingeliefert. Dort diagnostizierten die Ärzte einen Priapismus, eine lang anhaltende schmerzhafte Erektion, die den Penis dauerhaft schädigen kann.

Mit Hilfe von zum Teil äußerst schmerzhaften Behandlungen versuchten die Ärzte in den kommenden Tagen, die Schwellung zu lindern. Mit Hilfe von Nadeln, die sie in Dannys Penis stachen, versuchten die Ärzte, das aufgestaute Blut aus Danny Polaris Penis zu entfernen. Eine äußerst schmerzhafte Prozedur, die keinen Erfolg brachte. Auch weitere Maßnahmen blieben bislang ohne durschlagenden Erfolg. Zwischenzeitlich war seine gesundheitliche Situation so bedrohlich, dass die Ärzte bereits von einer drohenden Amputation sprachen.

Mittlerweile hat sich seine Situation leicht verbessert. Danny Polaris ist an eine Blutverdünnungsmaschine angeschlossen und hat eine Art "Abfluss" an seinem Penis, der das Blut wegleiten soll.

Danny will andere mit seiner Geschichte auf Instagram warnen

Danny beschloss, seine Geschichte auf Instagram zu teilen, um das Bewusstsein für den Konsum nicht verschriebener erektionsfördernder Medikamente zu schärfen.

In einem Post schreibt er: "Die Menschen wissen nicht, wie ernst es sein kann - die Wechselwirkungen zwischen Viagra und anderen Medikamenten, insbesondere HIV-Medikamenten. Diese neuen Medikamente sind sehr wirksam und für Menschen gedacht, die keine Erektionsfähigkeit haben."

Mittlerweile haben Freunde für Danny Polaris eine Spendenkampagne auf GoFundMe gestartet. Denn auch wenn die Kosten für die Behandlung gedeckt sind - es kann sein, dass weitere chirurgische Eingriffe nötig sind. Nach dem Krankenhausaufenthalt folgen eine langwierige Reha und Physiotherapie.

Priapismus ist ein absoluter Notfall

Bei der schmerzhaften Dauererektion werden beide Penisschwellkörper des Patienten steif. Sowohl die Eichel als auch das Corpus spongiosum bleiben schlaff. Statt einem Lustgefühl verursacht die Erektion starke Schmerzen. Die Dauererektion besteht im unbehandelten Zustand für bis zu drei Wochen.

Priapismus ist ein absoluter Notfall, der in der Regel nach einem Stufenplan behandelt wird. Das Blut wird möglichst rasch aus den Schwellkörpern des Penis abgezogen. Dazu stehen mehrere Methoden zur Verfügung.