Mega-Panne bei Bundestagswahl in Bremen

Fast alle Stimmen in Wahllokal ungültig - wegen peinlichem Stimmzettel-Fehler

Wahlhelfer schütten in einem Wahllokal Stimmzettel für die Bundestagswahl aus. (Symbolbild)
Wahlhelfer schütten in einem Wahllokal Stimmzettel für die Bundestagswahl aus. (Symbolbild)
© deutsche presse agentur

03. Oktober 2021 - 12:38 Uhr

98 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Bremen-Seehausen ungültig

Ist das peinlich! Während noch immer über die Pannen-Wahl in Berlin hämisch gespottet wird, kommt das nächste Desaster ans Licht: Im Wahllokal in Bremen-Seehausen sind 98 Prozent der abgegebenen Erststimmen ungültig – weil die Wahlleitung es verbockt hat. Aber damit nicht genug: Die Stimmenauszählung ging hier sogar unentschieden aus!

Kein Gewinner in Bremen-Seehausen

Die Direktkandidaten im Wahlkreis Bremen-Seehausen sind gleichauf. Beide erhielten am Sonntag jeweils ZWEI Stimmen! Insgesamt wurden 409 Stimmen abgegeben, davon waren 401 ungültig, wie aus den offiziellen Angaben der Stadt Bremen hervorgeht: 98 Prozent ungültige Stimmen, heißt es dazu.

Wie der "Stern" berichtet, lag der Fehler aber nicht bei den Wählern, sondern bei den Organisatoren. Denn: Im Wahllokal wurden die falschen Stimmzettel abgegeben. Seehausen gehört zum Wahlkreis 55, bekam aber die Wahlunterlagen für den Wahlkreis 54. Somit konnten nur die Zweistimmen gezählt werden. Die Erstkandidaten gingen leer aus.

Dass auf den Zetteln die falschen Namen standen, sei im Wahllokal zunächst niemandem aufgefallen. Statt SPD-Politiker Uwe Schmidt (55) trat dort nämlich Sarah Ryglewski (38) an und anstelle von CDU-Kandidatin Wiebke Winter (25), der 55-jährige Thomas Röwekamp.

Landeswahlleiter: "Aus demokratischer Sicht ist das ausgesprochen ärgerlich"

Landeswahlleiter Andreas Cors will den Vorfall nun prüfen, heißt es. Aus demokratischer Sicht ist das zwar ausgesprochen ärgerlich, da die Stimmen verloren sind und die politische Meinung der Wähler nicht berücksichtigt wird. Für das Gesamtergebnis in dem Wahlbezirk ist der Fehler in Summe aber unerheblich, erklärte er laut "Stern.de".

SPD-Politiker Uwe Schmidt ziehe auch ohne die 401 Stimmen in den Bundestag ein, heißt es dazu. Er hat die Wahl mit 23.890 Stimmen Vorsprung gewonnen.

Bei Theresa Gröninger von der Jungen Union Bremen stößt die Aussage des Landeswahlleiters auf Kritik: "Wie sollen wir denn sonst nächstes Mal aus voller Inbrunst sagen: Es kommt auf jede Stimme an", kritisiert sie auf Twitter. (mor)