Brite bleibt Box-Rentner

Fury: "Würde Usyk durch den Ring prügeln", aber ...

Tyson Fury kann hauen und schreien
Tyson Fury kann hauen und schreien
© IMAGO/Shutterstock, IMAGO/Dave Shopland/Shutterstock, www.imago-images.de

29. April 2022 - 14:27 Uhr

Nach seinem mustergültigen K.o.-Sieg vor 94.000 ekstatischen Briten ist Schwergewichts-Champion Tyson Fury in Box-Rente. Den Rücktritt "aus Liebe" zu Ehefrau Paris kaufen ihm aber längst nicht alle ab. Mit Oleksandr Usyk stünde schließlich ein boxerischer Hochkaräter für einen millionenschweren Blockbuster-Kampf um die unumstrittene Krone parat. Laut Fury wird es diesen Fight aber "niemals" geben.

Großer Zahltag winkt

Fury hatte nach seinem Sieg über Landsmann Dillian Whyte im Wembley-Stadion sein Karriereende verkündet. "Das war's", sagte er noch im Ring. Allerdings weiß man beim "Gypsy King" nie so recht, Lippenleser wollten bei Ehefrau Paris gar ein "no way" (auf keinen Fall) erkannt haben, als Fury (ihr) versprach, die Boxhandschuhe an den Nagel zu hängen.

Außer seiner großen Liebe hat Fury eigentlich auch keinen Grund aufzuhören. Mit 34 Jahren steht er im Zenit, außerdem wartet der Zahltag seines Lebens auf ihn: ein Kampf gegen den Sieger der Revanche zwischen Oleksandr Usyk und Anthony Joshua, die im Sommer stattfinden soll.

Usyk nur ein "aufgeblähtes Mittelgewicht"

Der Ukrainer hatte Joshua vergangenen Herbst in London entzaubert, dem Ring-Darling der Briten die Titel der Verbände WBA, WBO und IBF entrissen (Fury hält den WBC-Gürtel). Usyk, ein schneller und technisch exzellenter Rechtausaleger, gilt unter vielen Experten als einzige echte Gefahr für Fury. Der sieht das naturgemäß anders. "Sagen wir einfach: Ich würde ihn durch den Ring prügeln", tönte der 2,06-Meter-Riese bei "talkSPORT". Usyk sei nur ein "aufgeblähtes Mittelgewicht".

Ist aber auch egal, denn, so Fury: "Es wird nie passieren, weil ich zurückgetreten bin." Auch die Aussicht, der erste unumstrittene Schwergewichts-Champion seit Lennox Lewis zu sein, also der Mann, der alle anerkannten WM-Titel vereint, reizt Fury nicht. "Ich bin schon der unumstrittene Weltmeister gewesen, ich habe jeden einzelnen Gürtel gewonnen, den es zu gewinnen gibt", sagte der Engländer. Fury bezog sich dabei auf seinen Sensations-Sieg über Wladimir Klitschko 2015. Klitschko trug damals zwar "nur" drei der vier WM-Titel (WBA, WBO und IBF), galt aber dennoch als einzig legitimer Champion.

Die WBC-Krone gewann Fury 2020 gegen seinen Erzrivalen Deontay Wilder, verteidigte den Hüftschmuck im Vorjahr gegen den Amerikaner und zuletzt gegen Whyte. (mar)