Wilder lehnt Abfindung ab

Mega-Fight Joshua vs. Fury für Sommer wohl vom Tisch

Deontay Wilder pocht auf Revanche gegen Tyson Fury
Deontay Wilder pocht auf Revanche gegen Tyson Fury
© dpa, John Locher, JL

19. Mai 2021 - 7:51 Uhr

Traumkampf der Briten fällt erstmal ins Wasser

Ex-Schwergewichts-Champion Deontay Wilder wird nach Aussage seines Trainers keine millionenschwere Abfindung akzeptieren, damit der Mega-Fight zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua wie geplant am 14. August in Saudi-Arabien über die Bühne gehen kann. "Wilder hat abgelehnt, er hat kein Interesse an Step-aside-Money. Ihr habt es hier mit einer ganz anderen Art von Motherf***** zu tun. Er will Blut, kein Geld. Uns ist an Vergeltung", posaunte Wilders neuer Coach Malik Scott. Zuvor hatte ein Schiedsmann in den USA angeordnet, dass Fury und Wilder bis 15. September ein drittes Mal gegeneinander kämpfen müssen.

Wilder hat noch eine Rechnung mit Fury offen

Nach dem Schiedsspruch hatten viele (insbesondere britische) Box-Fans gehofft, Wilder könne eine millionenschwere Abfindung (Step-aside Money) akzeptieren, um den Sommerkampf der Engländer um alle WM-Titel zu retten.

Fury hatte den Amerikaner im Februar 2020 in Las Vegas nach Strich und Faden verdroschen und Wilder den WBC-Titel per Technischem K.o. abgeknöpft. Schon kurz nach dem Kampf zog der "Bronze Bomber" eine vertraglich vereinbarte Klausel für eine Revanche.

Diese kam wegen der Corona-Pandemie aber nie zustande, weshalb Furys Promoter Ende Oktober argumentierten, Wilders Revanche-Recht sei abgelaufen. Der daraufhin eingeschaltete Mediator urteilte nun anders.

Fury und Wilder waren erstmals Ende 2018 aufeinandergetroffen. In Los Angeles stand damals nach 12 Runden ein umstrittenes Remis zu Buche.

Boxing - Deontay Wilder v Tyson Fury - WBC Heavyweight Title - The Grand Garden Arena at MGM Grand, Las Vegas, United States - February 22, 2020 Tyson Fury knocks down Deontay Wilder during the fight REUTERS/Steve Marcus     TPX IMAGES OF THE DAY
Fury schickte Wilder beim letzten Kampf der beiden zweimal zu Boden, siegte durch T.K.o. in Runde 7
© REUTERS, STEVE MARCUS, MB

Fury: "Was eine Witzfigur"

Fury reagierte prompt. "Was für eine Witzfigur Deontay Wilder geworden ist: Er hat 20 Millionen gefordert, um Platz zu machen. Joker. Sieht so aus, als müsste ich ihm wieder den Schädel einschlagen", schrieb der "Gypsy King" in einer Instagram-Story.

Zuvor hatte Furys US-Promoter Bob Arum klargestellt, Wilder keinen Cent zu zahlen, sondern den dritten Kampf der Rivalen zu machen. "Wir bezahlen Wilder kein Geld, damit er zur Seite tritt. Es ist besser, ihn loszuwerden und unsere Geschäfte zu machen. Wir können Fury gegen Joshua im November oder Dezember machen", sagte der 89-Jährige zu ESPN. Er habe für Fury vs. Wilder III bereits das Allegiant Stadium in Las Vegas am 24. Juli gebucht.

Einzig Furys England-Promoter Frank Warren hat die Hoffnung auf den Sommerkampf seines Schützlings gegen Joshua noch nicht ganz aufgegeben. "Es muss jetzt Überlegungen geben. Wenn wir eine Lösung finden und er (Wilder) einverstanden ist - Wilders Vorteil wäre: Wenn Tyson den Kampf gegen AJ gewinnt, würde er um vier Gürtel kämpfen und nicht nur den WBC-Gürtel", sagte Warren bei "talkSPORT".

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Joshua im August gegen Usyk?

Allerdings macht auch schon das Joshua-Lager Alternativpläne. Der Weltmeister der Verbände IBF, WBA und WBO könnte im August auf den früheren Cruisergewichts-Zar Oleksandr Usyk treffen.

Der Ukrainer ist beim Verband WBO Joshuas Pflichtherausforderer. Als mögliche Termine stehen der 21. oder 28. August im Raum. (mar)

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