Für mehr Selbstliebe und Akzeptanz

Body-Positivity auf TikTok: Influencerin Clara Guillem zeigt ihren Körper vor und nach dem Essen

Influencerin Clara Guillem will für mehr Body-Positivity in sozialen Netzwerken sorgen.
Influencerin Clara Guillem will für mehr Body-Positivity in sozialen Netzwerken sorgen.
© Instagram, claraandherself

11. Mai 2021 - 11:29 Uhr

Influencerin zeigt aufgeblähten Bauch nach dem Essen bei TikTok und Instagram

Einen aufgeblähten, kugelrunden Bauch nach dem Essen – das hat vermutlich jeder schon einmal erlebt. Auch für die 24-jährige Clara Guillem aus Nashville ist ein runder Bauch nach dem Essen etwas Normales, wie sie in ihren erfolgreichen Vorher/Nachher-Videos auf TikTok zeigt.

Clara Guillem sagt in ihren Videos Schönheitsidealen den Kampf an

"Bist du schwanger?" Dieser Satz zählt vermutlich zu den schlimmsten und beschämendsten Sätzen, die man als nicht schwangere Frau hören kann. Denn ein runder Bauch hat nicht immer etwas mit einer Schwangerschaft zu tun. Auch Männer können so einen bekommen, obwohl sie ganz sicher nicht schwanger sind – nämlich nach dem Essen. Nicht umsonst wurde schließlich das Wort "food baby" (auf Deutsch: Essensbaby) erfunden.

Ein aufgeblähter, runder Bauch nach dem Essen – ist das nicht etwas völlig Normales und Alltägliches, das die meisten von uns betrifft? Ja. Doch wie die Influencerin und TikTokerin Clara Guillem in ihren Videos und Postings feststellt, kommen im noch immer vorherrschenden Schönheitsideal keine aufgeblähten Essensbäuche vor – die gelte es daher zu verstecken. Um mit diesem unrealistischen Schönheitsbild aufzuräumen, hat die 24-jährige Amerikanerin eine Serie mit dem Titel "outfits before and after eating" (auf Deutsch: Outfits vor und nach dem Essen) auf TikTok gestartet. Wie der Name bereits verrät, präsentiert sie sich in diesen Videos in unterschiedlichen Outfits vor und nach dem Essen – und entsprechend mit und ohne Blähbauch.

Aufgeblähtsein nach dem Essen ist ganz normal

Sie wolle mit dieser Vorher/Nachher-Aktion ein "positives Gespräch über die Veränderungen anregen, die unser Körper durchmacht, wenn wir essen", sagt Clara Guillem im Interview mit "BuzzFeed". "In den Medien sieht man das Aufgeblähtsein so oft als etwas Negatives, da unsere Gesellschaft eine so tief verwurzelte Fettphobie hat. In Wirklichkeit ist es egal, welche Größe man hat, ein größer werdender Körper sollte nicht so negativ konnotiert sein."

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Aufgrund falscher Schönheitsideale: Clara Guillem war selbst magersüchtig

Doch auch für die junge Frau war es ein weiter Weg bis zu dieser selbstliebenden und -akzeptierenden Einstellung. Sie litt in der Vergangenheit unter Magersucht. Verstärkt wurde diese Krankheit durch die Sorge, auf einem Foto, am Strand oder bei einem Treffen aufgebläht auszusehen, wenn sie vorher etwas essen würde. "In Wirklichkeit gab es jeden Tag ein 'Ereignis', das meine Symptome vorantreiben konnte. Es hat wirklich lange gedauert, bis ich angefangen habe, meinen Körper zu respektieren, und der Respekt kam vor dem Selbstvertrauen. Zuerst dachte ich: 'Na gut, mein Körper verdient es, genährt und umsorgt zu werden', aber erst eine Weile später wurde daraus ein: 'Wow, mein Körper sieht toll aus und fühlt sich toll an!'", sagt Clara zu "BuzzFeed".

Heute möchte sie ihren rund 900.000 Followern bei TikTok und 170.000 Fans bei Instagram das gleiche Selbstvertrauen schenken und sie darin bestärken, ihren leicht aufgeblähten Bauch nicht mehr zu verstecken. "Wenn ich meinen aufgeblähten Bauch in meinen süßen Outfits zeige und die Leute sehen, wie ich vor Selbstvertrauen strahle, spüren sie es auch in sich selbst! Nichts macht mich stolzer auf meine Follower."

Viele sind bereits ihrem Beispiel gefolgt und haben ebenfalls Vorher/Nachher-Bilder und -Videos von sich gepostet. Für Clara steht bis heute die Selbstliebe und -akzeptanz im Fokus. Unter einem Instagram-Beitrag schreibt sie: "Du stehst auch nicht im Wettbewerb mit einer vergangenen oder zukünftigen Version von dir selbst. Du bist du, jetzt. Erkenne deine Schönheit an und strebe nach Wachstum, nicht nach Wettbewerb."

Quellen: BuzzFeed, TikTok, Instagram

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst an dieser Stelle bei stern.de.