Die Lockvögel waren Polizistinnen

Sieben Sextäter an Badesee ertappt

Für den Einsatz waren die Polizistinnen mal nicht in blauer Uniform, sondern sommerlich angezogen. (Symbolbild)
Für den Einsatz waren die Polizistinnen mal nicht in blauer Uniform, sondern sommerlich angezogen. (Symbolbild)
© deutsche presse agentur

27. Juli 2021 - 10:22 Uhr

Polizeieinsatz an beliebtem Hamburger Ausflugsziel

Gleich sieben Männer zwischen 30 und 71 Jahren gingen der Polizei Hamburg ins Netz, weil sie am Boberger See in aller Öffentlichkeit sich selbst befriedigt und damit Frauen belästigt haben. Möglich machte das ein Einsatz in "sommerzivil", wie Polizeisprecher Florian Abbenseth im RTL Nord-Interview verrät. Zuerst hatte das "Hamburger Abendblatt" darüber berichtet, dass Polizistinnen in legerer Sommerkleidung der Bereitschaftspolizei bei dem Einsatz als Lockvögel dienten.

Polizeipräsenz allein reicht nicht

Der Boberger See im Hamburger Südosten ist beliebt, auch einen FKK-Bereich gibt es hier- und das scheint das Problem zu sein. Denn immer wieder werden der Polizei Männer gemeldet, die nicht nur der freien Körperkultur frönen, sondern dabei auch sexuelle Handlungen an sich selber durchführen, also masturbieren. Und das auch an der direkten Grenze zu dem textilen Bereich.

Doch das tun die Männer nicht, wenn die Polizei in ihren Uniformen am See hoch und runter läuft. Nachdem es in nur wenigen Wochen zu vier Anzeigen kam, hat die Polizei zunächst Präsenz gezeigt. "Mit Präsenz schreckt man auch ab. Aber man kann die Täter schlecht ermitteln", erklärt Florian Abbenseth von der Hamburger Polizei. Am 12. Juli versuchen es die Beamten mit einem Zivilfahnderkonzept: Sommerlich bekleidete Polizistinnen legen sich an den Strand und gleich an diesem Tag ertappt die Polizei einen Mann auf frischer Tat.

Fahndungskonzept geht auf

Es folgen innerhalb von acht Tagen sechs weitere Festnahmen, vier davon an einem Tag. Laut Polizeisprecher Florian Abbenseth haben sie Beamtinnen den Männern nicht aktiv schöne Augen gemacht, sondern nur zurückhaltend beobachtet. Und doch fühlt sich ein 31-jähriger Mann im Grenzbereich zwischen FKK-Zone und textiler Zone durch den Anblick einer Polizistin offenbar erregt, erklärt Abbenseth gegenüber RTL Nord: "Ein Tatverdächtiger stand nackt im Badesee bis zu den Oberschenkeln und hatte offensichtlich die Polizeibeamtin im Visier und nahm sexuelle Handlungen vor." Zivile Kollegen der Beamtin bringen den Mann danach auf das Revier und nehmen seine Personalien auf.

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"Wir dulden sexuelle Belästigung dort nicht!“

Den Einsatz nennt Abbenseth einen vollen Erfolg. Die zivile Maßnahme sei ein klares Signal an die, die bisher nicht ertappt wurden. "Wir dulden sexuelle Belästigung dort nicht", stellt der Polizeisprecher klar. Darum werde auch an diesem Freitag wieder von der Polizei Präsenz gezeigt, natürlich wieder in Uniform. Denn hier soll niemand mehr zum Lustobjekt gemacht werden.

Gegen die sieben Männer wird wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses ermittelt. Außerdem haben sie einen Platzverweis bekommen und dürfen am Boberger See nicht mehr entspannen. (mba)