Viel früher und ganz woanders als erwartet

Blitzgeburt auf der Autobahn: Klein Fritz hatte es rasend eilig

Jenny Fiedler zusammen mit ihrem Sohn Fritz im Krankenhaus. Foto: privat.
Jenny Fiedler zusammen mit ihrem Sohn Fritz im Krankenhaus. Foto: privat.
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14. Januar 2022 - 9:52 Uhr

Fritz Fiedler aus Bad Belzig kam am 21. Dezember 2021 zur Welt. Sein eigentlicher Geburtstermin war der 10. Februar 2022, doch diese Pläne wollte er so nicht stehen lassen und brachte die Geburtsplanung ordentlich durcheinander, wie die MAZ zuerst berichtete. Die frisch gebackene Mutter Jennifer Fiedler schaffte es in der verfrühten Geburtsnacht nicht mehr ins Klinikum nach Potsdam, sodass Rettungssanitäter und Notarzt den kleinen Fritz auf der A9 entbunden haben. In dieser Nacht haben Mutter und Sohn eine kleine Odyssee hinter sich gebracht. Doch am Ende ging glücklicherweise alles gut aus.

Geboren am Kilometer 13,9 der A9

Das Drama kündigte sich schon am Tag vor der Geburt an. Die Mutter von Jennifer Fiedler prophezeite: "Das wird noch ein Weihnachtskind!" Kurze Zeit später begannen am Abend auch schon die Schmerzen im Unterleib – wie die vierfache Mutter im Gespräch mit RTL erklärt. Sie ist Diabetes-Typ-1-Patientin und die Geburt somit nicht ganz risikolos. "Ich war in der 33. Schwangerschaftswoche, doch kurz nach Mitternacht des 21. Dezember ging dann alles ganz schnell", beginnt sie den Ablauf dieser emotionalen und dramatischen Nacht zu schildern:

01:02 Uhr: Jennifer Fiedler geht es nicht gut. Die Wehen setzen ein, und sie alarmiert den Rettungswagen. Einige Minuten später platzt die Fruchtblase.

01:10 Uhr: Die Sanitäter treffen ein und versuchen sie zu stabilisieren.

01:46 Uhr: Jennifer Fiedler ist transportfähig und der Rettungswagen fährt los Richtung Klinikum in Potsdam, ca. 45 Minuten Fahrtzeit.

01:58 Uhr: Kurz nach der Autobahnauffahrt Niemegk (A9 Richtung Berlin) musste der Wagen auf der Standspur stoppen, der kleine Fritz war nicht mehr zu bremsen und erblickt das Licht der Welt. Geboren am Kilometer 13,9 der A9. Sanitäter und Notarzt unterstützen die Autobahngeburt mit vollem Einsatz.

03:15 Uhr: Nach einigen weiteren kurzen Stopps erreicht der Rettungswagen das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam.

Jennifer Fiedler leitet noch Sanitäter und Notarzt bei der Geburt an

Krankenwagen
Symbolfoto: Ein Rettungswagen fährt über eine Autobahn. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild
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"Es gibt jetzt keinen Grund zur Beunruhigung", so die Mutter. "Das war bereits meine vierte Geburt, sodass ich Notarzt und Sanitäter auf dem Standstreifen im Rettungswagen gut anleiten konnte." Der kleine Fritz ist den Umständen entsprechend wohlauf, muss aber noch einige Wochen im Krankenhaus verbringen. Er wurde ins Klinikum in Brandenburg an der Havel verlegt, da er hier auch dichter zu seinen Eltern in Bad Belzig liegt.

Aber welcher Geburtsort wurde in der Geburtsurkunde eingetragen? Auch wenn am Kilometer 13,9 der A9 die eigentliche Geburt stattfand, so gilt als Geburtsort Potsdam. Hier wurde Fritz das erste Mal in ärztliche Obhut genommen, wie uns die glückliche Mutter erklärt. (aku)