Pechvogel Stefan Thomas im Interview

Bitcoin-Passwort futsch: Mann kommt nicht an seine Millionen

14. Januar 2021 - 14:17 Uhr

Der Wert stieg um ein Vielfaches

Vor etwa zehn Jahren machte der deutschstämmige Stefan Thomas einen Werbefilm – dafür bekam er vom Kunden 7002 Bitcoins. Um Zugang zu den Coins zu haben, die damals pro Stück circa zwei bis sechs Dollar wert waren, braucht man ein Passwort. Blöd: Das hat der Mann mittlerweile vergessen, es zurücksetzen zu lassen, ist nicht möglich. Noch blöder: Der Wert der Bitcoins ist so stark angestiegen, dass auf dem Konto jetzt umgerechnet 197 Millionen Euro liegen, an die er nicht herankommt. Im Video erzählt Stefan Thomas im Interview mit RTL/ntv, wie es ihm mit der Situation jetzt geht.

Bitcoins waren jahrelang unbeachtet

Bitcoin ist die weltweit führende Kryptowährung. IN den letzten Jahren ist sie im Wert stark gestiegen.
Bitcoin ist die weltweit führende Kryptowährung. IN den letzten Jahren ist sie im Wert stark gestiegen.
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Größeres Pech könnte der in San Francisco lebende Stefan Thomas wohl kaum haben. Damals war einer seiner Bitcoins zwischen zwei und sechs US-Dollar wert. Mittlerweile ist das anders: Ein einzelner Coin bringt satte 34.000 US-Dollar (umgerechnet knapp 28.000 Euro). Demnach liegen auf dem Konto des Mannes jetzt circa 197 Millionen Euro.

Der Programmierer ließ die Bitcoins jahrelang unbeachtet und verlor das Papier, auf dem er das Passwort für die Festplatte geschrieben hatte. Er habe bereits acht Mal ein falsches Passwort eingegeben - beim zehnten Fehlschlag verschlüssle sich die Festplatte für immer. Er habe oft wach gelegen und über das Passwort nachgedacht - und dann sei er nach jedem gescheiterten Versuch wieder verzweifelt gewesen.

Programmierer Thomas postete den Artikel über seine Geschichte am Dienstag bei Twitter und kommentierte: "Eine schmerzhafte Erinnerung. Ich hoffe, andere können aus meinen Fehlern lernen." Ein wenig mehr Voraussicht hätte ihm ein Jahrzehnt des Bedauerns erspart. Die Festplatte verwahrt er dem Artikel zufolge an einem sicheren Ort und wartet darauf, dass Experten eines Tages vielleicht doch eine Möglichkeit finden, komplexe Passwörter wie seines zu knacken.

Richter ist nicht allein mit seinem Pech

Die Geschichte des Programmierers ist ein besonders krasses Beispiel für ein Phänomen, das nach Angaben der "New York Times" viele Bitcoin-Besitzer betrifft. Laut einer Schätzung der Firma Chainalysis liegen etwa 20 Prozent aller Bitcoins - das sind weit über 100 Milliarden Euro - in digitalen Brieftaschen, deren Besitzer ihre Passwörter verloren haben. Da anders als bei einer herkömmlichen Bank keine Dritten Zugriff auf die Brieftasche haben, scheint das Geld ohne das Passwort verloren.