So verkraftet sie die schrecklichen Bilder

Diese Staatsanwältin nahm den Kinderporno-Ring Elysium hoch

So erlebte Julia Bussweiler die Ermittlungen im Elysium-Fall

Acht Jahre Haft für Frank M., sechseinhalb Jahre für Joachim P., fast vier Jahre für Max M. und neun Jahre und neun Monate Gefängnis mit anschließender Sicherheitsverwahrung für Gerhard G. – ein Urteil, das den Prozess um das Kinderporno-Forum "Elysium" beendet. Maßgeblich daran beteiligt war und ist Dr. Julia Bussweiler, die leitende Staatsanwältin des Verfahrens. Für die Anklage musste sie die schrecklichen Bilder und Videos anschauen und auswerten. Wie die Staatsanwältin diese schwere Aufgabe verkraftet hat und warum sie trotz der schlimmen Bilder immer weitermachte, erzählt sie im Video.

Ein Fall, der an die Substanz geht

Seit Februar 2017 waren die Staatsanwältin und ihre Kollegen der Generalanwaltschaft Frankfurt den Verurteilten auf der Spur, konnten die Elysium-Server im hessischen Bad Camberg lokalisiern und die vier Betreiber festnehmen und anklagen.

Damit der Fall vor Gericht bestehen konnte, mussten die Fahnder mehrere Terrabyte an kinderpornographischem Material sichten und auswerten. Schließlich handelte es sich dabei teils um erdrückende Beweise. Ein Job, der nicht für jeden geeignet ist. "Man muss eine gewisse Resistenz haben, man muss das aushalten können. Ansonsten ist man in diesem Job falsch", erzählt uns Julia Bussweiler im Interview.

Ein Programmierfehler führte die Ermittler zu den Betreibern

Die verurteilten Männer waren nicht nur Nutzer der Plattform, sie bildeten gemeinsam die Führungsriege. Zudem haben sie das Netzwerk moderiert und auch Bilder von sexuellen Missbräuchen von Kindern ausgetauscht und heruntergeladen. Der Hauptangeklagte Gerhard G. war vorher schon auffällig und saß bereits wegen sexuellem Missbrauchs im Gefängnis.

Ein Programmierfehler führte die Ermittler letztlich zu den Betreibern. Mit der Sicherheitslücke konnten die Cyberspezialisten die reale IP-Adresse des Servers lokalisieren. Die Spur führte sie zur Autowerkstatt von Frank M. ins hessische Bad Camberg. Der 41-jährige Familienvater hatte die Plattform programmiert.