Nachdem er ein Murmeltier gegessen hat

Mongolei: 15-Jähriger stirbt an Beulenpest

Ein niedliches Tier, das eine tödliche Krankheit übertragen kann: das Murmeltier.
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16. Juli 2020 - 13:12 Uhr

Tödliches Murmeltier-Mahl

Ein 15-Jähriger ist in der Mongolei an der Beulenpest gestorben. Zuvor hatte er ein Murmeltier gegessen. In fünf Bezirken der Mongolei ist nun Quarantäne verhängt worden. Das berichten die Nachrichtenagentur AFP sowie verschiedene Medien.

Fünf Bezirke unter Quarantäne

Wie das mongolische Gesundheitsministerium mitteilte, hatte der Jugendliche aus der abgelegenen Provinz Gobi-Altai kurz vor der Erkrankung ein Murmeltier gejagt und sich beim Verzehr des Tieres mit der Beulenpest infiziert.

"Wir haben die ersten 15 Menschen, die in Kontakt mit dem Verstorbenen gekommen sind, unter Quarantäne gestellt", sagte Ministeriumssprecher Narangerel Dorj laut AFP. Sie seien vorsorglich mit Antibiotika behandelt worden. Zudem sei für fünf Bezirke der Provinz Gobi-Altai eine sechstägige Quarantäne angeordnet worden.

Übertragung der Beulenpest durch Nagetiere

Die Beulenpest ist eine bakterielle Infektion, die meist von infizierten Flöhen auf andere Tiere, wie Ratten oder Murmeltiere, oder Menschen übertragen wird. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist durch den Kontakt von Körper­flüssig­keiten möglich. Die Inkubationszeit liegt bei 2-7 Tagen.

Symptome treten dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge plötzlich ein. Anzeichen für eine Infektion sind Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Fieber, Schüttelfrost und Bewusstseinsstörungen. Typisch sind außerdem druckschmerzhafte Schwellungen der Lymphknoten, meist in der Leistengegend, die unter Freisetzung eines infektiösen eitrigen Sekretes platzen können.

Eine Infektion lässt sich im frühen Stadium gut durch Antibiotika behandeln. Bleibt die Beulenpest unbehandelt, sterben rund 40-60 Prozent der Erkrankten daran, wird sie behandelt sterben etwa 10-15 Prozent. Als noch gefährlichere Form gilt allerdings die Lungenpest – sie kann unbehandelt sehr schnell zum Tod führen. Im Mittelalter starben mehr als 20 Millionen Menschen an der Pest.

Mehrere Beulenpest-Fälle in China - Behörden warnten vor Verzehr von Wildtieren

Bereits Anfang Juli wurden Fälle von Beulenpest-Infektionen in der Inneren Mongolei (China) bekannt. Die zuständigen Behörden sprachen daraufhin eine Warnung aus, die bis Ende des Jahres bestehen bleiben soll. Der Bevölkerung in der Region ist es seitdem verboten, Tiere, die die Krankheit übertragen können, zu jagen oder zu essen. Die Menschen sind außerdem angehalten, sich auf Vorsichtsmaßnahmen einzustellen und sich selbst zu schützen. Verdachtsfälle sollen grundsätzlich gemeldet werden.