Michel Lelièvre unter Auflagen aus Haft entlassen

Belgien: Komplize von Kindermörder Dutroux aus Haft entlassen

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3. Dezember 2019 - 9:35 Uhr

Sechs Mädchen entführt, gefoltert und vergewaltig, vier starben

Der Fall des belgischen Mädchenmörders und Kinderschänders Marc Dutroux bewegte die Menschen weit über die Grenzen des Landes hinaus. Er hatte sechs Mädchen entführt, gefohltert und vergewaltigt. Vier starben. Der Schwerverbrecher hatte Helfer. Einer von ihnen, Michel Lelièvre, ist jetzt wieder auf freien Fuß. Belgischen Medien zufolge wurde der 48-Jährige am Montag unter Auflagen aus dem Gefängnis entlassen.

Ex-Frau und Helferin Michelle Martin ist schon seit 2012 wieder frei

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Michelle Martin und Marc Dutroux (Archiv).

Marc Dutroux hatte 1995 und 1996 zwei Mädchen ermordet und einen Komplizen umgebracht. Insgesamt sechs Mädchen hatte er entführt und vergewaltigt. Michel Lelièvre war einer seiner Handlanger. Lelièvre half Dutroux bei der Entführung zweier Mädchen. Er wurde 2004 verurteilt.

Bereits 2012 wurde Michelle Martin, Ex-Frau von Marc Dutroux, freigelassen, ebenfalls unter Auflagen. Martin war zu 30 Jahren Haft verurteilt worden, weil sie von den Taten ihres Mannes wusste. Sie hatte zwei weitere Opfer in einem Kellerverlies verhungern lassen.

Dutroux-Anwälte wollen vorzeitige Freilassung des Mädchenmörders

ARCHIV - Der belgische Kinderschänder Marc Dutroux verfolgt am 22.04..2004 die Verhandlung im Gericht von Arlon (Belgien). Der Fall Marc Dutroux beschäftigt erneut die belgische Justiz: Unter schärfsten Sicherheitsbedingungen berät ein Brüsseler Geri
Kindermörder Dutroux bei einem Prozess im Jahr 2004.
© dpa, epa belga

Dutroux selbst sitzt noch im Gefängnis, seine Strafe lautet lebenslang. Allerdings versuchen seine Anwälte, eine Entlassung des Mädchenmörders zu erreichen. Eine vorzeitige Entlassung ist möglich, wenn Verurteilte mindestens zwei Drittel ihrer Strafe verbüßt haben.

Außerdem müssen andere Kriterien erfüllt sein - Betroffene dürfen etwa kein Risiko für die Gesellschaft mehr sein. Dies müssen Psychologen im Fall Dutroux laut eines Gerichtsurteils von Oktober 2019 nun bewerten.