Baupause wegen Schnecke

Umweltschützer gehen auf die Barrikaden

27. Juli 2021 - 18:12 Uhr

Ein Naturschutzgebiet, am Rande von Arnsberg. Dort soll die seltene Dunkers Quellschnecke leben.

Aber die nur wenige Millimeter große Schnecke soll durch den nahe gelegenen Flugplatz bedroht sein. Denn der soll um gut 100 Meter verlängert werden. Der Hang dafür abgeflacht werden. So würde ein großer Teil des Lebensraumes der gefährdeten Tierart zerstört werden. Für Umweltschützer ein Unding. Denn die Umbauarbeiten am Flugplatz seien ihrer Meinung nach überflüssig.

Der Flughafen, von dem auch gerne mal CDU-Politiker und Hobbypilot Friedrich Merz abfliegt, hält dagegen. Der Grund für die Arbeiten seien Winde, die wohl beim Starten und Landen gefährlich werden könnten.

Völliger Quatsch, sagen die Umweltschützer. Es gehe angeblich nur um größere Flugzeuge. Dafür solle kein Wald weichen müssen. Laut Stadt sei bei der Planung aber alles mit rechten Dingen zugegangen.

Und auch für den Landesbetrieb Wald und Holz NRW sei das Verfahren wie üblich abgelaufen. Von einer gefährdeten Schnecke sei nichts bekannt gewesen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, kurz BUND, sei angeblich nicht miteinbezogen worden, will jetzt klagen. Bis klar ist, wer Recht hat, pausieren die Arbeiten. Und vielleicht wird dann irgendwann weiter gebaut. Bis dahin heißt es erstmal: Schneckentempo.