Freunde & Familie geben Einblicke

Ballon d'Or-Sieger der Herzen: So tickt Robert Lewandowski

Robert Lewandowski mit Ehefrau Anna.
Robert Lewandowski mit Ehefrau Anna.
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30. November 2021 - 11:17 Uhr

Ein Jahrhundertstürmer

Es hat nicht sollen sein: Bei der Wahl zum Ballon d'Or ging Robert Lewandowski die höchste Weihe durch die Lappen. Dennoch ist der Bayern-Star einer der besten Spieler der Welt. Ein Jahrhundertstürmer, der mit dem FC Bayern Jahr für Jahr den Trophäenschrank zum Bersten bringt. Doch wie tickt der 33-Jährige abseits des Rasens? Freunde und Familie geben intime Einblicke.

Papa Krzysztof starb kurz vor dem Profidebüt

Lewandowski ist heute einer der besten Spieler des Planeten. Ohne Skandal, ohne viel Tamtam. Ein Familienmensch, wie er im Buche steht. Seit Juni 2013 verheiratet mit der Karatekämpferin Anna Lewandowska. Zwei Töchter hat das Paar. Klara und Laura. Kaum etwas gerät in die Öffentlichkeit. "Lewy" ein Arbeiter – von Beginn an. Sein Weg von der polnischen Provinz an die Spitze des Weltfußballs war ein steiniger. Sein größter Förderer, sein Vater Krzysztof , starb 2005 wenige Wochen vor seinem Profidebüt an einem Schlaganfall.

Sein Weg nach oben war alles andere als vorgezeichnet. "Sie können sich nicht vorstellen, wie klein und schmal er als Kind war. Ganz anders als heute. Unsere erste Begegnung war, glaube ich, bei einem Spiel gegeneinander. Er bei Varsovia, ich bei Salos Warschau. Man musste sich fast Sorgen machen, dass ihm nichts passiert", sagte Kumpel Kamil Kaczek, der mit ihm in der Jugend bei Varsovia Warschau spielte, im Interview mit "fcbayern.de"

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"Ich hätte nie gedacht, dass er es so weit schaffen würde"

Noch heute begleiten Lewandowski langjährige Freunde. Seine Wurzeln hat er nie vergessen. "Ich wusste, dass Robert eines Tages Profi werden würde. Aber ich hätte nie gedacht, dass er es so weit schaffen würde, nicht in meinen wildesten Träumen. Ich bin sehr stolz auf ihn", verriet Marek Krzywicki, in Warschau Trainer des jungen "Lewy".

Ein kleiner, schmaler Junge reifte zu einem Weltstar. Auch für Freunde und ehemalige Teamgefährten kaum zu fassen. "Heute ist er größer, kräftiger, kopfballstärker, beidfüßig - jetzt schießt er sogar ganz annehmbare Freistöße, das konnte er früher bei Znicz noch nicht", sagte Tomasz Chalas, ein ehemaliger Mitspieler beim Drittligisten Znicz Pruszków.

Ehefrau Anna seine wichtigste Stütze

Doch die wichtigste Person und Stütze in seinem Leben war, ist und bleibt Ehefrau Anna. Und das nicht nur abseits des Rasens. Beide sind ein Team – privat und beruflich. "Er will meine Meinung hören. Ich habe eine andere Perspektive als er, komme aber auch aus dem Leistungssport und habe Sport studiert. Es ist daher eine Art Fachgespräch zwischen Sportlern", betonte Anna bei "fcb.de"

Was ihn auszeichnet? Robert sei niemals mit sich hundertprozentig zufrieden – "auch wenn er zwei Tore geschossen hat. Dann sagt er, dass er noch ein, zwei mehr hätte erzielen können. Er hat da einen sehr klaren Blick auf sich selbst. Und sein Ehrgeiz ist riesig", so Anna.

Kein Zucker, nichts Frittiertes

Lewandowski überlässt nichts dem Zufall. Ernährung, Bewegung, Schlaf, sein Alltag ist minutiös durchgetaktet. "Es sind viele kleine Dinge, die wir vor zwölf Jahren angefangen haben zu verändern. Zum Beispiel die Qualität des Schlafes: eine gute Matratze, kein blaues Licht und das richtige Essen vor dem Schlafengehen. Überhaupt Ernährung: Wir verzichten auf Laktose, Weizenmehl, weißen Zucker, Frittiertes", verriet seine Frau.

Und das alles für seinen Traum: Ein großer Fußball-Star zu werden. "Er hatte viele Poster an den Wänden, und die Möbel waren total beklebt mit Fußballstickern. Nachdem er ausgezogen ist, musste meine Mutter alles weggeben, weil man die Sticker gar nicht mehr abbekam", sagte Schwester Milena Lewandowska-Miros. Und sein Traum ging in Erfüllung. Er wurde und ist einer der Besten. Das hätte auch seinem Papa sehr gefallen. Er starb, als Robert 16 Jahre alt war.

Robert spricht nicht so über seine Gefühle

"Robert war schon damals keiner, der groß über seine Gefühle spricht. Aber ich glaube, dass er danach noch fokussierter war, Fußballprofi zu werden. Leider hat unser Vater ihn nicht mehr als Profi spielen sehen", so Lewandowskis Schwester. "Ich glaube schon, dass er ihm hätte zeigen wollen, dass er das geschafft hat, wovon er als Kind geträumt hatte. Er ist sogar ein noch besserer Fußballer geworden, als er sich das jemals ausgemalt hat." (tme)