Große Aufregung wegen Missverständnis

Aldi spendet Babynahrung an Ukraine-Hilfe und erntet Shitstorm

ARCHIV - 09.12.2020, Nordrhein-Westfalen, Essen: Blick auf ein Firmen-Logo am «neuen ältesten Aldi Markt». Mit der Erfindung des Discounters hat Aldi-Gründer Theo Albrecht den Lebensmittelhandel revolutioniert. (zu dpa «Theo Albrecht - Mit Billigprei
Aldi
ve sab vco, dpa, Rolf Vennenbernd

Von Ulrich Vonstein

Eine gut gemeinte Aktion hat Deutschlands Discounter-Riesen Aldi einen Shitstorm in sozialen Medien beschert. Wohl auch, weil viele Menschen eine Ankündigung des Unternehmens missverstanden haben. Eigentlich hatte Aldi erst zum Ende des Jahres den Verkauf von Babynahrungsprodukten einstellen wollen. Nachdem Aldi Nord dann vergangene Woche bekannt gab, Babynahrung nicht mehr weiter zu verkaufen, sondern an die Ukraine-Hilfe zu spenden, regte sich Empörung im Netz.

Babynahrung bei Aldi: Verzicht auf Abverkauf der Restbestände

Die Not vieler Menschen und insbesondere kleiner Kinder durch den Ukraine-Krieg veranlasste Aldi dazu, die geplante Maßnahme vorzuziehen. "Aufgrund der aktuell kritischen Situation in der Ukraine beschleunigen wir nun die geplante Auslistung von Artikeln und verzichten auf den Abverkauf der Restbestände und die Umsätze", erklärte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage der Münchner Tageszeitung "tz".

Zuvor hatte es in sozialen Medien teilweise wütende Reaktionen auf einen Aushang in einer Filiale in Hannover gegeben. Dort hing vor einem leeren Regal ein Infoblatt, auf dem stand: "Liebe Kundinnen und Kunden, wir haben uns entschieden, Babynahrung aus dem Sortiment zu nehmen. Um schnell Hilfe für die Ukraine leisten zu können, haben wir die verbleibenden Bestände direkt aus unseren Filialen abgeholt und weitergeleitet. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und danken für euer Verständnis. Euer Aldi-Team".

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattformtwitter, der den Artikel ergänzt. Sie können sich den Inhalt einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden. Weitere Einstellungenkönnen Sie imPrivacy Centervornehmen.

Die Reaktionen darauf fielen überaus geteilt aus. Einige User bezeichneten das als „hirnverbrannt“ oder „unfassbar“. Andere äußerten, dass es auch in Deutschland Kinder gebe, die ernährt werden wollten. Sogar Boykott-Aufrufe wurden laut.

Andere kommentierten weitaus gelassener und sparten nicht mit Kritik an den Kritikern. "Wie haben Menschen den Nachwuchs ernährt, bevor Firmen Nahrung püriert und abgefüllt haben?", wurde zum Beispiel gefragt.

Reaktion bei Twitter: "Missglückter PR-Stunt zeigt, wo die deutsche Komfortzone endet"

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattformtwitter, der den Artikel ergänzt. Sie können sich den Inhalt einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden. Weitere Einstellungenkönnen Sie imPrivacy Centervornehmen.

Ein anderer klärte auf: "Aldi bekommt gerade einen Shitstorm, weil sie Babynahrung an Ukraineflüchtlinge geben. Deutsche Babys brauchen schließlich auch Nahrung. Tatsächlich war Aldi eh dabei, Babynahrung aus dem Sortiment zu werfen. Der missglückte PR-Stunt zeigt aber, wo die deutsche Komfortzone endet."