Eis blitzschnell entfernen mit Tipps vom Experten

Auto vereist? So werden Fensterscheiben und Türschloss wieder frei

23. Januar 2020 - 13:41 Uhr

Sind die Autoscheiben vereist, heißt es kratzen - oder?

Wer kennt es nicht: Morgens muss es schnell gehen, oft genug sind wir sowieso schon knapp in der Zeit. Aber kein Problem: Schnell ins Auto und los! Aber Moment, da war ja was: Es ist Winter, bitterkalt und die Scheiben des Autos sind mit einer dicken Eisschicht überzogen. Nur, wie kriegen wir die jetzt möglichst schnell frei? Und was sollten und dürfen wir auf gar keinen Fall machen? Wir haben einen Experten vom ADAC gefragt.

Warum Sie gefrorene Autoscheiben keinesfalls mit heißem Wasser übergießen sollten und mit welchen Mitteln Sie Scheiben und zugefrorene Türschlösser stattdessen in Sekundenschnelle frei bekommen, zeigen wir im Video oben.

Richtig parken schützt das Auto vor Frost

Ein vorteilhafter Parkplatz ist das A und O jeder Anti-Frost-Behandlung: Parken Sie Ihren Wagen möglichst nah an ein Gebäude, unter einen Baum oder an eine Hecke. Dadurch wird Ihr Auto vor dem Wind geschützt – und der Frost hat kein leichtes Spiel mehr.

Besonders effektiv ist es auch, die Scheiben mit einer Eisfolie abzudecken, damit Frost gar nicht erst entstehen kann. Solche Eisfolie gibt es an Tankstellen oder im Fachhandel. Die Scheiben mit einem Karton abzudecken, kann dagegen mächtig in die Hose gehen – vor allem, wenn der Karton über Nacht feucht wird und an der Scheibe festfriert. Und das Abkratzen von Pappe macht mehr Arbeit und Mühe als jede Eisschicht.

Übrigens: Die Scheibenwischer sollten Sie über Nacht besser hochklappen, damit diese nicht auch noch für Ärger sorgen indem sie festfrieren.

Bloß nicht den Motor warmlaufen lassen!

Den Motor schon mal warmlaufen lassen, während man die Fensterscheiben von Eis befreit, ist übrigens wenig effizient - und außerdem verboten. Weil der Motor im Stand deutlich länger braucht, um auf Betriebstemperatur zu kommen, wird dabei unnötigerweise viel Kraftstoff verbraucht. Laut ADAC wird das Auto durch das Laufenlassen des Motors im Stand ohnehin nicht besonders warm, dafür erhöht sich der Motorverschleiß und die Umwelt wird extrem belastet.

Weil Verkehrsteilnehmer unnötige Lärm- und Abgasbelästigung verhindern müssen, ist es laut § 30 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) (Umweltschutz, Sonn- und Feiertagsfahrverbot) auch verboten, den Motor warmlaufen zu lassen. Wer es trotzdem tut, dem drohen 10 Euro Verwarnungsgeld.

Richtigen Kratzer verwenden

Mensch befreit Autoscheibe von Schnee und Eis.
Um das Auto von Schnee und Eis zu befreien, sollte unbedingt ein richtiger Eiskratzer verwendet werden.
© iStockphoto

Kratzer ist nicht gleich Kratzer (das zeigt auch unser großer Produktvergleich). Klar, man kann das Eis im Notfall auch mit einer Scheckkarte abkratzen. Aber das hat meist fatale Folgen: hässliche Kratzer und Risse. Deshalb sollten Sie unbedingt einen richtigen Kratzer benutzen. Und der sollte eine glatte Kante gegen Reif und Eis haben, eine Sägezahnkante gegen dickere Eisschichten und eine dichte Gummikante für nasse Scheiben.

Elektrische Eiskratzer aus dem Fachhandel sind laut dem Auto Club Europa völlig unnötig, da sie die im Winter strapazierte Batterie zusätzlich belasten. Schließlich laufen die Geräte in der Regel über den Zigarettenanzünder des Wagens. Von runden Tortenschabern raten die Experten ab – der kantige Klassiker ist eben noch immer die Nr.1.

Mit welchem Autozubehör Sie Ihr Auto außerdem perfekt durch den Winter bringen, zeigen wir Ihnen hier.

Frostschutzmittel verwenden

Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage stehen nach wie vor ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala – weil der darin enthaltene Alkohol das Eis zum Schmelzen bringt. Aber auch hier kommt es auf die richtige Mischung an: Das Verhältnis des Wasser-Frostschutz-Cocktails sollte bei eins zu eins liegen. Damit bietet er einen Gefrierschutz bis etwa minus 35 Grad. Tipp: Achten Sie darauf, dass das Frostschutzmittel nach dem Auffüllen bis in die Spritzdüsen vordringt. Dann sind auch die kleinsten Löcher vor dem kalten Feind sicher. Und Sie vor kalten Fingern.

Von Wischwasser "Marke Eigenbau", meist bestehend aus Spülmittel und Spiritus, rät der ADAC jedoch ab: Die Reinigungsleistung solcher Mixturen ist völlig unzureichend, außerdem drohen Schäden an Kunststoff- und Gummiteilen (einen Scheibenenteiser-Vergleich finden Sie hier).

Zur Vorbeugung: Autoscheiben sauber halten!

Auch saubere Scheiben sind im Winter unverzichtbar, denn eine von innen verschmutzte Autoscheibe beschlägt doppelt so schnell wie eine saubere. Und beschlagene Scheiben beschleunigen die Bildung von Frost. Zudem schluckt der Schmutzfilm aus Streusalz und Spritzwasser viel Licht, das Sie eigentlich für eine sichere Autofahrt brauchen und beschädigt zudem noch die Scheibenwischer.

Das Sauberkeitsgebot gilt insbesondere für Autos von Rauchern: Weil Tabakrauch rasch Schlieren auf der Windschutzscheibe bildet, entsteht eine schmierige Schicht, die bei Tageslicht kaum bemerkt wird. Tipp: Machen Sie abends die unvereisten Scheiben Ihres Wagens mit warmem Wasser sauber, dann vereisen diese nicht so schnell.