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Aus JVA Fuhlsbüttel in Hamburg: Strafgefangener David M. bei Ausführung geflüchtet

Er ist mehrfach vorbestraft

Schon wieder: Häftling der JVA Hamburg bei Ausführung geflüchtet

Quelle. dpa
David M. sitzt hier in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel in Hamburg seine Strafe ab.
deutsche presse agentur

von Nils Fischer

Der 48-jährige David M. ist am Donnerstag (31. März) bei einer ungefesselten Ausführung durch zwei Justizvollzugsbedienstete geflüchtet. Eine sofortige Verfolgung endet erfolglos. Nun wird nach ihm gefahndet. Der Vorfall hat auch Konsequenzen für andere Häftlinge.

Er nutzte einen Toilettengang zur Flucht

Die Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel gewährt dem inhaftierten David M. am Donnerstagnachmittag eine zweistündige Ausführung für ein Treffen mit Familienangehörigen in der näheren Umgebung, wie die Hamburger Justizbehörde mitteilt. Dabei wird er durch zwei Bedienstete des Allgemeinen Vollzugsdienstes beaufsichtigt. Während der Ausführung nutzt der 48-Jährige gegen 16:15 Uhr einen Toilettengang, um sich von den beaufsichtigenden Bediensteten abzusetzen. Eine sofortige Verfolgung bleibt laut Justizbehörde erfolglos. Daraufhin leiten die Beamten unverzüglich die Fahndung ein.

David M. wurde im offenen Vollzug erneut straffällig

Der mehrfach vorbestrafte David M. verbüßt langjährige Freiheitsstrafen wegen verschiedener Eigentumsdelikte in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel. Von dort wird er Ende 2017 zur beruflichen Qualifizierung in den offenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt Glasmoor verlegt. Sein Verhalten dort ist beanstandungsfrei, die externe Qualifizierungsmaßnahme absolviert er erfolgreich, so die Justizbehörde.

Weil er jedoch während des offenen Vollzuges erneut straffällig wird, wird er im Dezember 2018 in die Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel zurückverlegt. Kurz vor Ende seiner Haftstrafen verurteilte ihn das Landgericht Kiel im Februar 2022 wegen der während dieser erneuten Straftaten wegen gewerbsmäßiger Bandendelikte zu einer weiteren langjährigen Gesamtfreiheitsstrafe.

Nach seiner Rückverlegung entscheidet die Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel, ihm ab Oktober 2019 wieder Lockerungen zu gewähren. Nachdem er zunächst gefesselte Ausführungen erhält, gewährt ihm die Anstalt ab Februar 2020 ungefesselte Ausführungen. Bis zu seiner Flucht absolviert er bereits zehn solcher Lockerungen beanstandungsfrei.

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Ausführungen dürfen vorerst nur noch gefesselt erfolgen

Bis zur Aufklärung des Vorfalls hat die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz angeordnet, dass Ausführungen zur Erhaltung der Lebenstüchtigkeit grundsätzlich nur noch gefesselt erfolgen dürfen. Für Ausnahmen braucht es nun eine Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde.