Bei Asklepios bekommen Gesetzlich-Versicherte seit Dezember Margarine

Den Kassenpatienten wird die Butter vom Brot genommen - um zu sparen!

Gesundheits- und Krankenpfleger gehen am Montag (23.05.2011) in der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona über den Gang der Stroke Unit. Stroke Units sind spezialisierte Schlaganfallstationen. Bis zum Freitag (27.05.2011) beraten mehr als 3000 Experten
Stroke Unit der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona.
picture alliance / dpa, Angelika Warmuth

Kassenpatienten kriegen jetzt ihr Fett weg – und zwar nicht nur buchstäblich! Während Privat-Patienten in den Asklepios-Kliniken Hamburg weiterhin die „gute Butter“ zum Frühstück oder Abendbrot bekommen, wird den gesetzlich Versicherten nur noch Margarine serviert. Zeigt sich hier die Zwei-Klassen-Medizin am Frühstücksbrettchen?

"Einsparungen unvermeidlich"

Das Essen der Kassenpatienten ist in den Hamburger Kliniken des Asklepios-Konzerns angepasst worden, bestätigt ein Sprecher RTL. Zuvor hatte das „Hamburger Abendblatt“ berichtet. In den sieben Hamburger Kliniken bekommen die gesetzlich Versicherten seit Dezember Margarine statt bisher Joghurt-Butter. Der Grund: Sparmaßnahmen! Und das spart dem Konzern nach RTL-Informationen rund 330.000 Euro. Privatversicherte bekommen dagegen weiterhin standardmäßig ihre Butter zum Brot. Aber: Wer auch als Kassenpatient nicht auf Butter verzichten kann, der bekommt auf Nachfrage auch Butter, sogar ohne Aufpreis. Nur gehört die Butter nicht mehr zum Standard-Frühstück oder Abendessen.

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Doch mit dieser Einzelmaßnahme habe man nicht annähernd die zusätzlichen, erheblichen Kosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro ausgeglichen, die der Klinik unter anderem durch eine fast zweistellige Inflation und entsprechend gestiegene Einkaufs-, Transport- und Energiekosten aktuell alleine im Bereich der Speisenversorgung entstanden seien, so der Sprecher zu RTL.

Das Problem: Die höheren Preise kann Asklepios nicht an die Patienten weiterreichen. „Wir müssen trotz erheblich gestiegener Ausgaben mit den Pauschalen auskommen und erhalten bislang auch keinen Inflationsausgleich.“

Und warum macht die Klinik einen Unterschied zwischen Privatpatient und Kassenpatient beim Essen? „Patient:innen der Komfortstationen (Privita), also Privatversicherte oder Selbstzahler, erhalten weiterhin standardmäßig Butter zum Frühstück und Abendbrot. Dies ist vertraglich mit den Versicherungen so geregelt“, erklärt der Asklepios-Sprecher.

Der Asklepios-Konzern hat nach eigenen Angaben bundesweit 170 Einrichtungen und 67.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Dazu gehören Kliniken der Maximalversorgung genauso wie spezialisierte Kliniken und Reha-Kliniken.

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Ob das auch für die Asklepios-Kliniken gilt? Eher nein: Der Konzern selbst beschreibt seine wirtschaftliche Lage im jüngsten Quartalsbericht auf der Webseite „mit Blick auf die generelle Inflation, den Fachkräftemangel, die unsichere Energieversorgung sowie Unsicherheiten in der Lieferkette (…) als sehr herausfordernd.“ Für 2023 sieht sich Asklepios aber „aufgrund der Konzerngröße und der getroffenen Vorsorge insgesamt solide aufgestellt.“

Beschwert habe sich bisher übrigens kein Patient über die fehlende Butter beim Frühstück. „Im Gegenteil: Wir erhalten seit Jahren - und zunehmend - Fragen nach einer mehr vegetarisch/vegan ausgerichteten Kost.“ (eku)

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