Angeklagter taucht vor Gericht nicht auf

Auf Fake-Profil reingefallen: Daniel R. wollte sich auf Instagram wohl zum Sex mit Zwölfjähriger verabreden

Foto von vermeintlichem Pädophilen
Er dachte, dass er sich zum Sex mit einer Zwölfjährigen verabredet: Daniel R. muss sich wegen Kindesmissbrauch vor dem Chemnitzer Amtsgericht verantwortn
RTL

von Frank Vacik & Anna Pauly

Er dachte, dass er sich zum Sex mit einer Zwölfjährigen verabredet: Daniel R. muss sich ab heute vor dem Chemnitzer Amtsgericht wegen Kindesmissbrauchsvorwürfen verantworten. Der 32-Jährige fällt im Dezember 2020 auf ein Fake-Profil bei Instagram herein, in dem ein vermeintlich 15-Jähriger seine zwölfjährige Schwester zum Sex anbietet. Heute wäre der Prozess gestartet, doch der Daniel R. taucht nicht auf.

Daniel R. bemerkt die Fake-Profil-Täuschung bis zuletzt nicht

„Sie können mich alle mal“ – mit diesen Worten wendet sich der Angeklagte Daniel R. schriftlich an das Chemnitzer Gericht und verkündet damit auch, dass er nicht auftauchen will. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der 32-Jährige soll im Dezember 2020 über Instagram Kontakt zu einem männlichen Benutzer gehabt haben, der sich als 15-Jähriger ausgegeben und seine angebliche zwölf Jahre alte Schwester für sexuelle Handlungen ‘angeboten’ hat. Daniel R. erkennt im Verlauf des Chats aber nicht, dass es sich hierbei um ein Fake-Profil handelt und reist nach Chemnitz für ein Treffen – erst vor Ort bemerkt er die Täuschung.

Fake-Profil als Falle für Pädophile?

Warum der, als Zeuge geladene, Mann das Fake-Profil erstellt hat, ist bisher unklar. Es könnte als eine Art ‘Pädophilen-Falle’ gedient haben. Mehr über seine Beweggründe wird man wohl aber erst im Laufe des Prozesses erfahren – angeklagt ist er nicht.

Zum Prozessstart heute erscheint Daniel R. nicht. Der gebürtige Hesse soll mittlerweile in Niedersachsen wohnen, weswegen die Richterin angeordnet hat, ihn dort festnehmen und zum nächsten Termin Anfang März vorführen zu lassen.