Kindermörder wollte auf Bewährung raus

Jakob von Metzlers Mörder bleibt mindestens bis 2025 hinter Gittern

Der verurteilte Kindermörder Magnus Gäfgen sitzt am Donnerstag (17.03.2011) in einen Verhandlungssaal des Landgerichts in Frankfurt am Main. Aus der Haft heraus hatte der Mörder des Bankierssohns Jakob von Metzler das Land Hessen auf Schmerzensgeld v
Der verurteilte Kindermörder Magnus Gäfgen bei einem Prozess im Landgericht Frankfurt am Main (Archiv, 2011)
dpa, Boris Roessler

Der Mörder des kleinen Jakob von Metzler (11) bleibt weiter in Haft. Der Mann, der früher Magnus Gäfgen hieß und seinen Namen inzwischen geändert hat, hatte 2017 die Aussetzung der lebenslangen Freiheitsstrafe zur Bewährung beantragt. Im Mai 2019 habe das Landgericht Kassel eine Entlassung abgelehnt und eine Mindestverbüßungsdauer von 23 Jahren festgesetzt. Vor September 2025 ist damit keine Entlassung möglich.

Mörder Magnus Gäfgen ändert in der Haft seinen Namen

Inmitten von Blumengestecken und Kerzen liegt am 2.10.2002 vor dem Elternhaus des Mordopfers in Frankfurt am Main ein Bild des toten Jakob von Metzler. Die Leiche des Elfjährigen war am 1.10.2002 aus einem Waldsee bei Schlüchtern in Osthessen geborge
Inmitten von Blumen und Kerzen liegt am 2.10.2002 vor dem Elternhaus des Mordopfers in Frankfurt am Main ein Bild des toten Jakob von Metzler.
kd/rf, picture-alliance / dpa, Michael Hanschke

Der Kindermörder war 2003 zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt worden. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen.

Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen. Gäfgen lockte den elfjährigen Jakob, Sohn einer bekannten Bankiersfamilie, am 27. September 2002 in seine Wohnung und erstickte ihn mit Klebeband. Von der Familie verlangte er eine Million Euro Lösegeld. Der Täter habe ein „luxuriöses Leben mit reichen Freunden“ führen wollen, hieß es in der Urteilsbegründung. Der damalige Jurastudent habe den Tod des Kindes von Beginn an gewollt, befand das Frankfurter Landgericht.

Polizei drohte dem Entführer mit Schmerzen, weil sie dachte, dass Jakob noch lebt

Drei Tage nach der Entführung nahm die Polizei Gäfgen fest. Erst nach einer Drohung mit Schmerzen nannte er den Beamten den Ort, an dem er die Leiche versteckt hatte - die Polizei nahm zu dem Zeitpunkt noch an, das Kind sei am Leben und brauche dringend Hilfe. Die Drohung des damaligen Frankfurter Vize-Polizeichefs Wolfgang Daschner beim Verhör löste eine kontroverse Folter-Debatte aus.

Gäfgen legte zahlreiche Rechtsmittel ein, das Urteil wurde jedoch nicht aufgehoben. Seine Strafe verbüßt er in Kassel. Wegen der Androhung von Schmerzen im Polizeiverhör musste das Land Hessen ihm schließlich 3.000 Euro plus Zinsen Entschädigung zahlen.

In der Haft änderte er seinen Namen, weil als „Magnus Gäfgen“ keine Resozialisierung möglich sei. (dpa/uvo)