Anwohnerin: „Helft uns endlich. Lasst uns nicht sterben“

Angst vor dem Super-GAU in der Ukraine: Russen beschießen aus AKW Saporischschja Nachbarorte

Russen beschießen aus AKW Nachbarorte „Helft uns endlich. Lasst uns nicht sterben“
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„Helft uns endlich. Lasst uns nicht sterben“
Russen beschießen aus AKW Nachbarorte

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„Helft uns endlich. Lasst uns nicht sterben“, ruft Natasha aus Nikopol verzweifelt vom Balkon ihrer Wohnung. Drinnen zeigt sie RTL-Reporter Gordian Fritz die Stelle über ihrem Bett, wo ein Splitter einer russischen Granate knapp über ihrem Kopf in die Wand einschlug. Die Russen beschießen vom Gelände des besetzten Atomkraftwerks (AKW) Saporischschja aus die Nachbarorte. Das birgt riesige Gefahren – für die Anwohner, aber auch darüber hinaus, wie die Reportage aus der Ukraine zeigt – im Video.

Atomkraftwerk Saporischschja: Kämpfe könnten nukleare Katastrophe auslösen

Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den wiederkehrenden Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja im Süden der Ukraine vor. Der ukrainische Betreiber Energoatom teilte mit, das Gelände von Europas größtem Kernkraftwerk sei am Donnerstag von russischen Truppen fünf Mal beschossen worden. Betroffen waren demnach auch Lagerstätten für hochradioaktiven Müll. Es seien aber keine Radioaktivität freigesetzt und niemand verletzt worden.

Ein Vertreter der von Russland eingesetzten Verwaltung erklärte, die Anlage mit sechs Meilern sei am Donnerstag vom ukrainischen Militär zwei Mal unter Feuer genommen worden. Drei Treffer habe es in der Nähe eines Lagers für radioaktives Material gegeben.

In der Vergangenheit ist das AKW mehrfach unter Beschuss geraten. Erst vergangenen Samstag warnte die internationale Atomenergiebehörde IAEA erneut davor, die Kämpfe könnten eine nukleare Katastrophe auslösen. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba forderte am Donnerstag die IAEA auf, eine Expertenkommission nach Saporischschja zu schicken, um die Sicherheit der Anlage zu begutachten. Das AKW war von russischen Truppen kurz nach Beginn der Invasion am 24. Februar eingenommen worden. Es wird aber immer noch von einer ukrainischen Belegschaft betrieben. (swi, mit reuters)