Laut Studie nehmen wir mehr auf, als wir sollten

So gefährlich ist Aluminium für unseren Körper

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22. November 2019 - 17:42 Uhr

Zu hohe Belastung durch Deo, Alufolie & Co.

Schon durch die Lebensmittel, die wir essen, nehmen wir die Hälfte der empfohlenen Menge an Aluminium zu uns. Über Deos, Zahnpasta, Alufolie, Grillschalen und Co. kommt noch mehr dazu. Zu viel, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer neuen Studie herausgefunden hat. Denn wenn wir uns dauerhaft zu großen Mengen Aluminium aussetzen, kann das unsere Gesundheit erheblich gefährden.

Nicht mehr als ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht in der Woche

Die BfR-Studie zeigte, dass die gesundheitlich tolerierbaren Aufnahmemengen pro Woche in allen Altersgruppen deutlich überschritten werden könne, wie das Institut in einer Pressemeldung bekanntgab. Für die Studie sei die gesamte Aluminiumaufnahme der Bevölkerung – oral und über die Haut – aus verschiedenen Quellen abgeschätzt und bewertet worden.

Als empfohlene Menge gilt, dass wir pro Woche nicht mehr als ein Milligramm Aluminium pro Körpergewicht aufnehmen sollten. Eine erwachsene Frau, die 60 Kilogramm wiegt, dürfte also höchstens 60 Milligramm Aluminium in der Woche zu sich nehmen. Die Hälfte gelangt jedoch schon durch unsere Ernährung in unseren Organismus.

Wo steckt Aluminium überall drin?

Aluminium kommt natürlich in der Umwelt vor und ist deshalb in jedem Lebensmittel enthalten. Das Vorkommen sei jedoch breit gefächert, verrät Dr. Thomas Tietz vom BfR gegenüber RTL. "Es gibt nicht das eine Lebensmittel, bei dem man sagen könnte, da ist besonders viel Aluminium drin."

Zusätzlich kann das Leichtmetall nach BfR-Angaben neben Deo und Zahnpasta auch in Lippenstiften und Sonnencreme enthalten sein. Über unbeschichtete Menüschalen, Grillschalen und Backbleche aus Alu kann der Stoff auf Lebensmittel übergehen. Insbesondere von der Zubereitung und Lagerung salziger und saurer Lebensmittel in unbeschichteten Alu-Behältnissen oder -folie rät das BfR generell ab. Daneben steckt auch in Produkten wie Tee, Kaffee und Schokolade viel Aluminium - denn es ist in der Erdkruste enthalten und gelangt über das Trinkwasser auf natürliche Weise in pflanzliche Lebensmittel.

Was droht bei zu hoher Aluminiumaufnahme?

Um einseitige Belastungen zu vermeiden, sollten Lebensmittel und Kosmetika abwechslungsreich ausgewählt werden, rät das BfR. Wer über einen längeren Zeitraum hinweg zu viel Aluminium aufnimmt, hat ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Der Stoff kann sich im Körper anreichern, wodurch es zu Entwicklungsstörungen des Gehirns und der Motorik sowie Schäden an Nieren, Leber und Knochen kommen kann.

Insbesondere für junge Menschen sei eine hohe Aluminium-Aufnahme kritisch zu sehen, da es sehr lange im Körper gespeichert werde, betonte das Institut. Nehmen junge Frauen zum Beispiel über Kosmetik hohe Mengen davon auf, könnten bei einer Schwangerschaft die ungeborenen Kinder ebenfalls einer erhöhten Alu-Konzentration ausgesetzt sein.

Beim Deo gibt es inzwischen viele Produkte ohne Aluminium. Wer ganz sichergehen und nebenbei noch etwas für die Umwelt tun möchte, kann sich nachhaltiges Deo auch ganz leicht selbst machen. Wie das geht, erklären wir hier.

Quelle: RTL.de/dpa