Töchter waren tagelang mit seiner Leiche in der Wohnung

Trauer um Familienvater Marco R.: „Ein Vaterherz hat aufgehört zu schlagen“

Familienvater Marco R. hinterlässt drei kleine Töchter.
Familienvater Marco R. hinterlässt drei kleine Töchter.
© Privat

30. September 2021 - 10:44 Uhr

Bayrisches Dorf trauert um toten Vater

"Ein Vaterherz hat aufgehört zu schlagen", steht in der Traueranzeige, die seine Familie für Marco R. veröffentlicht hat. Der 35-jährige alleinerziehende Vater aus dem Landkreis Altötting starb an einem Herzinfarkt. Seine drei kleinen Töchter Johanna (4), Paula (3) und Isabella (2) harrten tagelang an seiner Seite aus. Sie dachten, er würde bloß schlafen. Pfarrgemeinderat Martin Winklbauer kennt den Familienvater von Kindesbeinen an. "Wir sind ein kleines Dorf, da nimmt man großen Anteil an so einem Schicksal", erklärte er auf RTL-Anfrage.

Marco R.s Töchter werden gut betreut

Er weiß, was die Angehörigen des Toten im Moment durchmachen. "Wir sind in sehr vertrauensvollem Kontakt zur Familie", sagte der Pfarrgemeinderat. Die drei kleinen Mädchen betreue das sozialpädiatrische Zentrum in Altötting psychologisch. Ihre Tante, die Schwester von Marco R., würde sich nun um die Kinder kümmern. Die Familie sei "psychisch sehr stabil", so Winklbauer.

Um der Familie aus Eneck (Gemeinde Halsbach, Bayern) zu helfen, hat die Gemeinde ein Spendenkonto eingerichtet. Mit Sachspenden seien die drei kleinen Mädchen gut versorgt, so der Pfarrgemeinderat. Die Familie brauche aber finanzielle Hilfe. Wer die Kinder unterstützen möchte, kann Geld auf das Spendenkonto der Pfarrkirchenstiftung einzahlen:

Pfarrkirchenstiftung Halsbach

IBAN DE46711600000001575961

Kennwort Marco

Kinder dachten, ihr Vater würde nur schlafen

Die Trauerfeier für Marco R. findet am 29. September in Halsbach statt. Danach soll die Urne des Familienvaters bestattet werden. In der Traueranzeige bedankte sich die Familie für die große Anteilnahme nach dem Tod des 35-Jährigen.

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Der Vater starb vermutlich in der Nacht auf Dienstag, den 14. September, wie die "Passauer Neue Presse" berichtet. Als seine Schwester am 17. September nach Eneck kam, erzählten ihr die Mädchen, "dass der Papa schon so lange schläft". Bianca F. habe dann nach dem Rechten gesehen und ihren Bruder tot auf dem Sofa gefunden. Seine Töchter hatten drei Tage und drei Nächte mit dem toten Vater verbracht und sich zu ihm auf das Sofa gelegt. Die älteste der Schwestern, Johanna (4), hatte die beiden jüngeren mit Essen und Trinken versorgt. (jgr)