Es ist Teil ihrer "Kinky"-Therapie

Sie wird als pädophil beschimpft: Junge Frau verkleidet sich gerne als Baby

Die 24-jährige Danni Hamilton aus Edinburgh zieht sich gerne Kinderkleidung an und lutscht dann an einem Schnuller - aus Therapiegründen.
Die 24-jährige Danni Hamilton aus Edinburgh zieht sich gerne Kinderkleidung an und lutscht dann an einem Schnuller - aus Therapiegründen.
© Twitter, Twitter/TheRealLorem, Privat

30. September 2021 - 16:48 Uhr

Kindheitstraumata mit Rollenspiel verarbeiten

Eine junge schottische Studentin leidet noch heute unter traumatischen Kindheitserinnerungen. Die Ereignisse, die sie als Baby und Kleinkind erleben musste, will sie besser verarbeiten. Ein Therapeut rät ihr deswegen dazu, sich als Baby oder Kleinkind zu verkleiden, um sich so besser in diese Zeit zurückzuversetzen. Diese Therapie lebt sie auch online aus. Und dort wird sie jetzt wegen ihrer Baby-Kleidung als Pädophile beschimpft. Das berichtet der britische Mirror.

Auch Teil eines sexuellen Spiels

Die 24-jährige Danni Hamilton aus Edinburgh zieht sich gerne Kinderkleidung an und lutscht dann an einem Schnuller. "Ich habe Babyspielzeug schon immer geliebt und bin nie aus ihm herausgewachsen wie andere Menschen", erzählt sie dem Mirror. Sie tut es auch, weil sie damit Kindheitstraumata verarbeiten will, sagt sie – ihr Therapeut habe sie dazu ermutigt. So weit für die meisten doch eher harmlos. Doch dieses Rollenspiel als Baby stößt vielen auf, weil es auch Teil eines sexuellen Spiels ist. Denn ein Freund der 24-Jährigen führte sie in die "Kinky"-Szene ein.

Lese-Tipp: Sind Heteros gar nicht so hetero, wie sie glauben?

Mit "Kinky" sind sexuelle Praktiken gemeint, die von der Mehrheit als extrem ungewöhnlich eingestuft werden. Das englische Wort "Kink" wortwörtlich so viel wie "Krümmung" oder "Knick". Die Verwendung des Begriffs "kinky" meint daher sozusagen einen Knick in der Sexualität, der in Opposition zu gesellschaftlich akzeptiertem Sexualverhalten steht.

Lese-Tipp: LGBT, queer, trans – wir erklären die wichtigsten Begriffe

„Im Babymodus bin ich sehr frech und verspielt“

Aber natürlich ist Danni nicht Vollzeit als Baby unterwegs. "Also kann ich als Erwachsener so herumlaufen, wenn ich es gerade so brauche. Im Babymodus bin ich sehr frech und verspielt. Wenn ich einen Partner habe, verhalte ich mich eher wie ein Kleinkind", erzählt sie dem Mirror. "Am besten gefällt mir, dass ich loslassen kann und das Gefühl habe, keine Verantwortung zu haben. Ich hatte eine schwere Kindheit, und das hilft mir, sie zu vergessen und mich zu entspannen."

Lese-Tipp: "Sexpositiv" – das hat es mit der Bewegung auf sich

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:
Trotz all der Gegenreaktionen machen die Alters-Rollenspiele Danni glücklich.
Trotz all der Gegenreaktionen machen die Alters-Rollenspiele Danni glücklich.
© Twitter, Twitter/TheRealLorem, Privat

Viele Freunde verloren: „Ich weiß, dass ich keine Pädophile bin“

Aber diese auch in den sozialen Netzwerken ausgelebte Spielart hat dazu geführt, dass sie dort heftig angegriffen und angefeindet wird. Danni berichtet, dass sie wegen ihres ungewöhnlichen Zeitvertreibs auch schon viele Freunde verloren habe. Manche Nutzer bezeichnen sie als "kaputt", "seltsam" oder beschuldigen sie sogar, pädophil zu sein. Danni sagt zu solchen Vorwürfen: "Ich weiß, dass ich eine mündige Erwachsene bin. Ich weiß, was Pädophile sind, und ich weiß, dass ich keiner bin."

Der „Baby-Lifestyle“ kostet viel Geld

Trotz all dieser Gegenreaktionen machen die Alters-Rollenspiele Danni glücklich, und sie betont, dass es ihr nutzt, wenn sie den Baby-Lifestyle als Bewältigungsmechanismus benutzt. Allerdings ist dieser Lebensstil nicht unbedingt preiswert - und sie weiß jetzt, was Eltern dafür zahlen müssen, wenn sie ein Baby oder Kleinkind haben. (ija)