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Airlines ziehen Preise an: Wie viel teurer wird der Sommerurlaub 2022?

Was Urlauber jetzt wissen müssen

Airlines ziehen Preise an: Wie viel teurer wird der Sommerurlaub?

Frau am Flughafen
Airlines ziehen Preise an: Wie viel teurer wird der Sommerurlaub? Was Urlauber jetzt wissen sollten
NUTAWUT, iStockphoto, iStock

von Ron Perduss

Seit Monaten kennen die Preise für Strom, Gas, Benzin und Diesel nur einen Weg: nach oben. Nicht nur, dass wir als Verbraucher mit diesen gestiegenen Kosten zu kämpfen haben, auch viele Produkte sind durch die gestiegenen Energiekosten noch teurer geworden. Gerade die gestiegenen Kraftstoff-Preise haben weltweit Auswirkungen auf Produktion und Transport von Waren. Und jetzt droht auch unser Sommerurlaub teurer zu werden. Grund: Die Fluggesellschaften müssen deutlich mehr für Kerosin zahlen.Seit Dezember 2021 hat sich der Preis für Kerosin fast verdoppelt.

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Wie gehen die Airlines damit um?

Die ersten haben bereits die Preise für ihre Tickets erhöht. So hat die Lufthansa die Ticketpreise für Langstrecken um 20 bis 200 Euro je Strecke erhöht. Auch andere Airlines haben die Preise bereits angepasst oder planen das in Kürze. Besonders betroffen sind natürlich die Langstrecken, da hier am meisten Kerosin verbraucht wird. Aber auch Flüge innerhalb Europas werden teurer. Im Schnitt müssen wir hier mit Preisaufschlägen von 5 bis 10% rechnen.

Was bedeutet das für meinen gebuchten Flug?

Die gute Nachricht: Wer bereits ein Ticket gebucht hat, ist auf der sicheren Seite. Die Airlines dürfen hier im Regelfall nachträglich keine Preiserhöhungen durchsetzen. Nach dem Motto „Gekauft wie gesehen“. Einige Airlines haben sich nachträgliche Preiserhöhungen jedoch in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen freigehalten. Aber es ist umstritten, ob solche Klauseln wirklich rechtsgültig sind. Meine Empfehlung: Sollte Ihre Fluggesellschaft im Nachgang eine Preiserhöhung verlangen, widersprechen Sie dieser.

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Welche Auswirkungen haben die gestiegenen Kerosin-Preise auf meine Pauschalreise?

bei Pauschalreisen sieht die Rechtslage etwas anders aus. Diese werden meist mit viel Vorlauf gebucht. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Reiseveranstalter sind auch nachträgliche Preisanpassungen vermerkt. Wenn der Anbieter nachweisen kann, wie diese Preiserhöhung zustande kommt, ist es auf jeden Fall möglich.

Jedoch muss der Reiseveranstalter sich hier an einige Regeln halten:

  • Preiserhöhungen sind nur erlaubt, wenn in den Geschäftsbedingungen auch Preissenkungen vereinbart sind
  • Preiserhöhungen gehen nur bis 20 Tage vor Reisebeginn. Meldet sich der Reiseveranstalter später, ist die Erhöhung unwirksam
  • Preiserhöhungen bis 8% muss ich als Kunde hinnehmen
  • bei Preiserhöhungen über 8% haben Sie als Kunde das Recht, vom Reisevertrag kostenfrei zurückzutreten. Der Reiseveranstalter muss dann alle geleisteten Zahlungen erstatten

Was mache ich, wenn ich mit der Airline oder dem Reiseveranstalter Stress habe?

Das Wichtigste ist immer Kommunikation. Was in diesen Zeiten bei überlasteten Callcentern sicherlich immer eine Herausforderung ist. Wenn Ihr Reiseveranstalter beispielsweise den Preis für Ihre gebuchte Pauschalreise erhöht, fragen Sie nach Alternativen Angeboten. Dem Veranstalter ist ja im Regelfall daran gelegen, Sie als Kunden zu halten. Oft findet sich eine vergleichbare Reise zu ähnlichen Konditionen.

In allen Fällen, in denen die direkte Kommunikation nicht funktioniert, können Sie beispielsweise auf die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr setzen. Über 400 Reiseunternehmen machen hier mit und akzeptieren den Schlichtungsspruch der für Sie kostenfreien Einrichtung.