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Mutter appelliert an den Instinkt der Eltern

Ärzte glaubten, sie simuliere nur: Elizabeth (6) hatte eine seltene Form von Blutkrebs

Elizabeth hat eine seltene Form von Blutkrebs - die Ärzte glaubten, sie simuliert nur
Elizabeth hat eine seltene Form von Blutkrebs - die Ärzte glaubten, sie simuliert nur
© MERCURY PRESS & MEDIA (MERCURY PRESS & MEDIA (Photographer) - [None], Caters, MERCURY PRESS & MEDIA

28. Oktober 2020 - 13:52 Uhr

Elizabeths Mutter will Eltern bestärken

Die kleine sechsjährige Elizabeth Osborne aus dem englischen Nottingham hatte starke Schmerzen in der Hüfte. Ihre Mutter konsultiert achtmal einen Arzt – immer ergebnislos. Die Ärzte behaupten sogar, dass Elisabeth nur simulieren würde, weil sie nach einem Krankenhausaufenthalt von den Eltern eine Belohnung bekomme. Nach sieben Monaten wird eine sehr seltene Krebsart bei dem Mädchen festgestellt. Ihre Mutter möchte jetzt mit ihrer Geschichte darauf aufmerksam machen, die Beschwerden der Kinder ernst zu nehmen – und sich als Eltern auf die Instinkte zu vertrauen.

Untersuchungen immer wieder ohne Befund

Elizabeth hat eine seltene Form von Blutkrebs - die Ärzte glaubten, sie simuliert nur
Elizabeth hat eine seltene Form von Blutkrebs - die Ärzte glaubten, sie simuliert nur
© Caters, Caters/Mercury Press

Bereits zum achten Mal wacht die kleine Elizabeth Osborne mit stechenden Schmerzen in der Hüfte auf. Bereits acht Mal sind ihre Eltern mit ihr zum Krankenhaus gefahren, um das abklären zu lassen. Jedes Mal wird sie nach diversen Untersuchungen, Röntgenaufnahmen und Bluttests ohne Befund wieder entlassen. Doch dann nimmt ihre Mutter Emma einen Knoten in der Wange ihrer 6-Jährigen wahr – und bringt ihre Tochter ein weiteres Mal ins Krankenhaus. Schließlich wird bei Emma eine seltene Art von Hodgkin-Lymphom-Blutkrebs diagnostiziert. Mutter Emma ist wütend: "Sieben Monate habe ich gekämpft und niemand hat mich ernst genommen", sagt sie der Daily Mail.

Ärzte: Wachstumsschmerzen - oder Elizabeth simuliert nur wegen der Belohnung

Zuerst denkt Emma noch, ihre Elizabeth könnte an einer frühen Form von Arthritis leiden, denn unter dieser Krankheit leidet die Mutter selbst seit Jahren. Immer wieder checken die Ärzte sie durch und immer wieder bitten sie die Eltern zurückzukommen, falls sich die Lage nicht verbessert. "Sie wachte immer wieder schreiend auf, mit Schmerzen im linken Bein, und wir mussten sie in die Notaufnahme bringen", erzählt ihre Mutter. Einmal sagen die Ärzte, es handele sich vermutlich um Wachstumsschmerzen, ein anderes Mal wird sogar unterstellt, das kleine Mädchen mache eine Show, weil sie scharf auf die elterliche Belohnung nach einem Krankenhausaufenthalt sei.

Elizabeth hatte immer viel Spaß am Tanz - bis ihre Hüftschmerzen losgingen,
Elizabeth hatte immer viel Spaß am Tanz - bis ihre Hüftschmerzen losgingen,
© Caters, Caters/Mercury Press

"Tief in meinem Inneren wusste ich, dass etwas nicht stimmt"

Emma sagt: "Ich war wirklich zutiefst frustriert, weil ich tief in meinem Inneren wusste, dass mit meinem Kind etwas nicht stimmt, und das war tiefer als das, was auf Röntgenbildern oder Blutbildern nicht zu sehen war." Bei einem Bluttest wird ein Vitamin-D-Mangel festgestellt, aber nach einer achtwöchigen medikamentösen Behandlung bleiben Elizabeths Schmerzen. Im Juni dieses Jahres wird alles noch viel schlimmer. Ein schmerzloser Knoten bildet sich in Elizabeths Wange, wird zunächst als Zahnproblem angesehen, das kleine Mädchen wird an eine Kieferorthopädische Abteilung überwiesen.

Ein MRT zeigt schließlich die Wahrheit

Eine Schwester aus dem Kinderteam des Krankenhauses, die sich mit der Familie in Verbindung gesetzt hatte, erklärt sich daraufhin bereit, Elizabeth für eine Magnetresonanztomografie zu empfehlen. Die MRT-Untersuchung zeigt schließlich eine Knochenanomalie in ihrem Bein, 5 cm unterhalb des Knies. Sie hat Tumore im Gesicht, im gesamten Schädel und in der Kieferlinie. Eine Biopsie des Geschwürs in ihrem Gesicht bestätigt dann das Schlimmste: Elizabeth hat ein seltenes B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom.

Elizabeths Krebsform ist heilbar

Elizabeths Vater (Bildmitte) wurde von der Krebs-Nachricht besonders hart getroffen.
Elizabeths Vater (Bildmitte) wurde von der Krebs-Nachricht besonders hart getroffen.
© Caters, Caters/Mercury Press

Am 6. Oktober wird Elizabeth also endlich korrekt diagnostiziert und die Ärzte leiten noch in derselben Woche die auf zweieinhalb Jahre angesetzte Chemotherapie ein. "Die Nachricht traf meinen Mann ziemlich hart", erzählt Emma, "aber ich war erleichtert, da mein Instinkt bestätigt wurde, dass ich richtig damit lag, dass mit meinem Kind etwas nicht stimmte."

Sie seien den Ärzten sehr dankbar, dass sie sofort mit der Therapie begonnen haben, als die Ergebnisse da waren. "Jetzt können wir darauf hinarbeiten, dass es ihr besser geht." Und die Chancen, dass die kleine Elizabeth wieder ganz gesund wird, stehen gut: In einem frühen Stadium kann ihr Krebs durch Chemotherapie bei fast allen Patienten, in fortgeschrittenen Stadien bei rund 60 Prozent der Patienten vollständig geheilt werden.

Was ist ein Non-Hodgkin-Lymphom?

Als Non-Hodgkin-Lymphome werden laut "ONKO Internetportal" alle bösartigen Lymphome bezeichnet, die kein Hodgkin-Lymphom sind. Die Unterscheidung zwischen Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen ist nur durch die feingewebliche Untersuchung von befallenem Gewebe möglich. Je nach den feingeweblichen Eigenschaften sowie nach Bösartigkeit (Malignität), Wachstumsgeschwindigkeit und Ausbreitungsart werden die Non-Hodgkin-Lymphome in zwei Hauptgruppen unterteilt: niedrigmaligne und hochmaligne Lymphome. Niedrigmaligne Lymphome, offiziell als indolente Lymphome bezeichnet, wachsen relativ langsam und verursachen weniger Symptome als hochmaligne Lymphome (offiziell als aggressive Lymphome bezeichnet), die aggressiv sind und sich schnell im Körper ausbreiten.

Quelle: krebsgesellschaft.de

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