Jessica hat einen irreparablen Hirntumor

Ärzte gaben ihr nur zwölf Monate zu leben - zwei Jahre später feiert sie Hochzeit!

Jess und ihr Partner Kilian haben letzten Monat geheiratet.
Jess und ihr Partner Kilian haben letzten Monat geheiratet.
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23. September 2021 - 18:37 Uhr

Diagnose war ein Schock - doch sie gibt nicht auf

Jessica Giczey, 24, aus dem australischen Perth erfüllte sich 2018 ihren Kindheitstraum! Nach ihrem Studium reiste sie in die USA und arbeitete dort im Disneyland. Sie war gerade einmal 21 Jahre und freute sich auf das Abenteuer ihres Lebens. Doch schon bald fühlte sie sich unwohl. Jessica schob ihre Symptome auf den Stress – zu Hause angekommen bekam sie die Schock-Diagnose Hirntumor. Ärzte gaben ihr gerade mal 12 Monate weitere Lebenszeit.

„Meine Eltern holten uns ab, aber ich konnte sie nicht sehen"

"Ich musste mich übergeben, ich war die ganze Zeit müde", erzählt Jessica der "DailyMail". "Mein Gehör und meine Sehkraft wurden langsam schwächer. Ich dachte, es sei Stress, weil das Geld knapp war. Ich bekam nur 10 Dollar die Stunde und hatte großes Heimweh." Als sie nach sechs Monaten Disneyland wieder nach Australien zurückkehrte, wurden ihre Symptome immer heftiger. Schon als sie aus dem Flugzeug stieg, verschlimmerte sich ihr Gesundheitszustand. "Ich musste ein Formular unterschreiben und meine Handschrift war grauenhaft. Meine Koordination war weg. Das war der Punkt, an dem sich mein Partner Kilian wirklich Sorgen machte." Auch beim ersten Wiedersehen mit den Eltern erlebte Jess Beängstigendes. "Meine Eltern holten uns ab, aber ich konnte sie nicht sehen – sie waren direkt vor mir und ich konnte sie nicht sehen."

Jessicas Biopsie offenbarte den Krebs

Am nächsten Tag ging Jessica zum Arzt – im Glauben, dort nur Antibiotika verschreiben zu bekommen. Sie dachte nicht daran, das es etwas Ernstes sein könnte. Doch die Ärzte waren besorgt und schickten sie ins Krankenhaus. Bei einer Biopsie dann die schreckliche Diagnose: Jessica leidet an einem Hirntumor im Endstadium. Ein Schock für die ganze Familie. Der Tumor war bereits so groß wie eine Faust und machte eine Operation gefährlich. Die Ärzte gaben Jessica noch 12 Monate zu leben – das war vor zweieinhalb Jahren.

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Jess Giczey
Jess Giczey aus Perth nach ihrer Operation im Jahr 2019.
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2021 finden Ärzte einen zweiten Tumor

2019 begann Jessica mit der Bestrahlung und Chemotherapie. Nach sechswöchiger Behandlung zeigten Untersuchungen, dass der Tumor auf die Hälfte seiner ursprünglichen Größe geschrumpft war. Nachuntersuchungen alle drei Monate zeigten, dass der Tumor in seiner Größe stabil blieb. 2021 aber bekam Jessica erneut Probleme. "Ich hatte eine schwere Migräne und meine Hände wurden taub. Außerdem konnte ich plötzlich nicht mehr sprechen." Ärzte fanden schließlich einen zweiten Tumor in Jessicas Kopf. Und nicht nur das – ein weiteres MRT zeigte mehr Tumore an ihrer Wirbelsäule. Eine Bestrahlung kann da nicht mehr helfen.

Jessica sammelt Geld für die Krebsforschung

"Ich wollte niemandem sagen, dass ich die 12-Monatsfrist bereits überschritten hatte. Ich bin mir dessen sehr bewusst, aber ich möchte einfach weitermachen." Also heiratete Jessica ihren Freund Kilian und freut sich auf die Geburtstage ihrer Geschwister. "Ich möchte sehen, wie mein Bruder 21 wird. Zuerst war es sein 18., aber jetzt möchte ich seinen 21. und den 25. Geburtstag meiner Schwester erreichen." Jessica selbst würde gern 50 werden – aber sie bleibt realistisch. "Du musst dir deine Schlachten aussuchen. Es ist diese Balance, das Beste zu hoffen, aber das Schlimmste zu erwarten."

Zusammen mit ihrem Mann sammelt sie jetzt Geld für die Krebsforschung. Jessica möchte nicht, dass die Krankheit permanent ihr Leben bestimmt. "Ich möchte, dass die Leuten denken: 'Jess hatte Krebs und sieh dir an, was sie damit gemacht hat, anstatt 'Schau, was es mit ihr gemacht hat'."

Von der Spendenbereitschaft fremder Leute ist sie gerührt. "Es gibt da draußen eine ganze Gemeinschaft, die ich nicht einmal kenne und die sammeln Geld, damit die Leute am Leben bleiben." (jar)