8 Jahre Haft wegen versuchten Mordes in der Jugendanstalt Hameln

Dennis M. attackierte seinen Mitinsassen mit angespitztem Kugelschreiber

Dennis M. wurde zu 8 Jahren Haft nach dem Jugendstrafrecht verurteilt
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26. November 2020 - 15:28 Uhr

Gericht fällt Urteil nach Mordversuch

Was Dennis M. vorgeworfen wird, klingt wie eine Szene aus einem schlechten Actionfilm: Im Oktober 2019 griff er einen Mitinsassen mit einem angespitzten Kugelschreiber an. 10 bis 20 Mal stach er auf den Mann ein. Dafür hat das Landgericht Hameln den heute 19-Jährigen am 26. November wegen versuchten Mordes zu acht Jahren Haft nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Außerdem muss der junge Mann seinem Opfer ein Schmerzensgeld von 2000 Euro zahlen. Der Mitangeklagte Pascal S. wurde freigesprochen. Zum Tatzeitpunkt saßen beide Angeklagte bereits wegen mehrerer Delikte in der Justizvollzugsanstalt Hameln.

Angeklagter laut Gutachter "narzisstisch und aggressiv"

Ein psychologischer Gutachter beschrieb den Angeklagten als "narzisstisch und aggressiv". Außerdem soll Dennis M. eine antisoziale Persönlichkeitsstörung haben. Er riskiere laut Gutachter "massive Schädigungen seiner Opfer, um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen." Eine intensive Psychotherapie sei nötig. Außerdem befürchte er eine ausgeprägte Rückfallneigung.

Opfer überlebte mit Schnitt- und Platzwunden

Die Staatsanwaltschaft warf Dennis M. vor, er habe sein Opfer töten wollen, um so in die Sicherungsverwahrung verlegt zu werden. Beim Prozessauftakt widersprach der Verurteilte dieser Darstellung teilweise. Er habe seinem Opfer, das wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde, lediglich einen Denkzettel verpassen und sich unter den Häftlingen auf diese Weise Respekt verschaffen wollen. Daher habe er den Kugelschreiber bewusst nicht so stark angespitzt, dass er damit jemanden hätte töten können. Sein Opfer erlitt mehrere Schnitt- und Platzwunden.

Freispruch für Pascal S.

Der Mitangeklagte Pascal S. soll an der Tat nicht beteiligt gewesen sein. Der heute 22-Jährige half dem Haupttäter lediglich, sein Opfer auszuwählen. Laut Aussagen der Angeklagten genoss er ein hohes Ansehen im Gefängnis – möglichweise wollte Dennis M. ihn mit der Tat beeindrucken. Vor allem aber wolle er nun aus dem Knast raus, so der 20-jährige M. vor Gericht. Dieser Wunsch wird sich vorerst wohl nicht erfüllen. Die Jugendkammer behält sich außerdem die Anordnung der Sicherheitsverwahrung vor.