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9-Euro-Ticket: Weniger Stau im Berufsverkehr - Experten untersuchten Verkehrsaufkommen

Volle Bahn - leere Straßen?

Seit Einführung des 9-Euro-Tickets gibt es weniger Stau im Berufsverkehr

 Nicht nur an Feiertagen und an Wochenenden ist das 9-Euro-Ticket beliebt. Auch werktags sind viele Züge und Bahnhöfe wie hier in Ulm voll. // 09.06.2022: Deutschland, Baden-Württemberg, Ulm. *** The 9 Euro ticket is not only popular on public holida
Das 9-Euro-Ticket hat die Bahnen deutlich voller, die Straßen jedoch etwas freier gemacht.
www.imago-images.de, IMAGO/Arnulf Hettrich

Medienberichte über volle Züge, Fahrtausfälle und Verspätungen im Bahnverkehr häufen sich seit der Einführung des 9-Euro-Tickets im Juni . Tatsächlich hat das günstige Verkehrsangebot aber auch einen positiven Effekt auf das Verkehrsaufkommen auf deutschen Straßen, das teilen nun Verkehrsdatenspezialisten mit.

Der Stau im Berufsverkehr geht zurück

Auf den Straßen war im ersten Monat mit 9-Euro-Ticket messbar weniger los: Eine Analyse des Verkehrsdatenspezialisten „Tomtom“ für die Deutsche Presse-Agentur zeigt für 23 von 26 untersuchten Städten einen Rückgang des Stauniveaus im Vergleich zur Zeit vor Einführung. Die Daten „lassen vermuten, dass dieser Rückgang in Zusammenhang mit der Einführung des 9-Euro-Tickets steht“, sagte Tomtom-Verkehrsexperte Ralf-Peter Schäfer. „Pendler haben bei der Fahrt mit dem Auto in die Arbeit und nach Hause in fast allen untersuchten Städten im Juni weniger Zeit verloren als noch im Mai.“

Diese Umfrage ist nicht repräsentativ.

Positiver Effekt in fast allen untersuchten Städten

Konkret verglichen die Experten die Staus im Berufsverkehr an Werktagen in den Kalenderwochen 20 und 25. Die Zeiträume wurden so gewählt, um Auswirkungen von Ferien und Feiertagen zu umgehen. Das Ergebnis: „In den ersten Tagen nach Einführung des 9-Euro-Tickets haben die Daten von Tomtom noch kaum Auswirkungen der Maßnahme auf den Autoverkehr gezeigt. Mittlerweile lässt sich jedoch in fast allen untersuchten Städten in Deutschland ein positiver Effekt auf den Verkehrsfluss feststellen“, sagte Schäfer.

ARCHIV - 18.12.2018, Hessen, Wiesbaden: Autos fahren die Schiersteiner-Straße entlang.   (zu dpa «Verwaltungsgericht entscheidet über Diesel-Fahrverbot in Wiesbaden» vom 12.02.2019) Foto: Silas Stein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Autofahrer in Wiesbaden brauchen im Berufsverkehr für gewöhnlich starke Nerven. Seit Einführung des 9-Euro-Tickets sparen sie fast vier Minuten täglich.
sis tba rho, dpa, Silas Stein

Autofahrer in Wiesbaden fast vier Minuten schneller

„Der Rückgang des Zeitverlusts fällt dabei von Stadt zu Stadt unterschiedlich stark aus“, erklärte der Experte. Besonders stark fiel die Verbesserung beim Stauniveau in Hamburg und Wiesbaden aus. Dort sank das Stauniveau um 14 beziehungsweise 13 Punkte. Das bedeutet, dass Autofahrer auf einer Strecke, die ohne Verkehr 30 Minuten dauern würde, im Hamburg im Schnitt 4,2 Minuten weniger verloren, in Wiesbaden 3,9 Minuten. Leichte Verschlechterungen beobachtete TomTom lediglich in Kiel und Nürnberg. In Karlsruhe blieb das Stauniveau unverändert. (kmü/dpa)