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9-Euro-Ticket - Noch vor Verkaufsstart: Scheitert das Fahrkarten-Projekt?

Erste Bundesländer drohen mit Blockade

Wird das 9-Euro-Ticket wieder einkassiert?

Ein Mitarbeiter der VAG (Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg) präsentiert eine aktuelle Testanwendung der App des VGN (Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg) zum Kauf des 9-Euro-Tickets.
Die aktuelle Testanwendung der App des VGN (Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg) zum Kauf des 9-Euro-Tickets.
dpa | Daniel Karmann, picture alliance

Von Juni bis August für 9 Euro im Monat in ganz Deutschland mit Bus und Bahn im Regionalverkehr unterwegs – darauf freut sich schon das ganze Land. Doch das 9-Euro-Ticket steht jetzt plötzlich auf der Kippe. Es gibt Streit ums Geld.

Fallen Tankrabatt und 9-Euro-Ticket?

Eigentlich soll das 9-Euro-Ticket ab dem 23. Mai verkauft werden. Doch plötzlich wackelt das Entlastungspaket. Der Bund finanziert das 9-Euro-Ticket, indem er den Ländern 2,5 Milliarden Euro zum Ausgleich der Einnahmeausfälle überweist. Denen ist das zu wenig. Die Länder wollen, dass der Bund die Regionalisierungsmittel deutlich erhöht - das sind Gelder, die der Bund den Ländern jährlich zur Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs zur Verfügung stellt.

Bayern: „Unter den aktuellen Bedingungen keine Zustimmung im Bundesrat“

„Wenn der Bund glaubt, er könne sich auf dem Rücken der Länder für ein dreimonatiges Trostpflaster beklatschen lassen und andere sollen dafür die Rechnung zahlen, dann hat er sich gewaltig getäuscht“, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU). Sofern der Bund die Kosten für das Ticket nicht voll ausgleiche und nicht die Regionalisierungsmittel deutlich erhöhe, werde er im Bundesrat gegen eine Mauer laufen.

Lese-Tipp: 9-Euro-Ticket: Worauf Sie achten müssen, damit es sich wirklich lohnt

„Unter den aktuellen Bedingungen sehe ich nicht, dass Bayern dem Gesetz im Bundesrat zustimmen kann. Eine echte Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger wäre eine dauerhafte Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs durch mehr Bundesmittel für ein besseres Angebot“, so Bernreiter. Stattdessen biete der Bund „ein Strohfeuer“, an dessen Ende deutliche Leistungseinschränkungen drohten.

Bremen: „Zustimmung der Bundesländer wackelt“

Die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Bremens Senatorin Maike Schaefer (Grüne), betonte am Sonntag, die Bundesländer hätten mehrfach eine Anhebung der Mittel für den ÖPNV gefordert. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hätte spätestens nach der Verkehrsministerkonferenz Anfang Mai in Bremen wissen müssen, dass die Zustimmung der Länder wackelig ist. „Wenn das Neun-Euro-Ticket, an das hohe Erwartungen der Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland geknüpft sind, jetzt kippt, muss das der Bundesverkehrsminister verantworten“, sagte Schaefer.

Baden-Württemberg: „Gesamtpaket Tankrabatt und 9-Euro-Ticket könnte im Bundesrat scheitern“

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann betonte, wenn der Bund nicht bereit sei, die Regionalisierungsmittel zu erhöhen, könnte das Gesamtpaket Tankrabatt und 9-Euro-Ticket im Bundesrat scheitern. Noch könnte ein informelles Vermittlungsverfahren die drohende Blockade verhindern, sagte der Grünen-Politiker.

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