700 Kilometer von zu Hause - völlig entkräftet

Aus Sachsen bis in die Schweiz gereist: Wem gehört diese Katze?

Die Findelkatze stammt aus der Region Leipzig - wurde aber in der Schweiz gefunden
Die Findelkatze stammt aus der Region Leipzig - wurde aber in der Schweiz gefunden
© Facebook/Kleintierpraxis Eberli

07. Mai 2021 - 14:59 Uhr

Findelkatze im letzten Moment gerettet

Verschwindet eine Katze, taucht sie nicht selten im Keller oder der Garage des Nachbarn wieder auf. Diese Samtpfote hat allerdings eine deutlich längere Reise hinter sich. Völlig entkräftet wurde sie in einem Industriegebiet in Hochdorf im Schweizer Kanton Luzern gefunden. Die Chip-Kontrolle ergab: Der Findling muss aus Sachsen stammen! Aber wie hat er es 700 Kilometer weit geschafft?

Tagelang nicht gefressen und getrunken

Der Zustand des ausgewachsenen Weibchens war dramatisch: "Sie hat sicher mehrere Tage weder gefressen noch getrunken. Wir tun alles, um sie zu stabilisieren, damit es ihr bald wieder besser geht", schreibt die Tierarztpraxis Eberli aus Hochdorf auf ihrer Facebookseite.

Passanten hatten die Kleine gerade noch rechtzeitig in einem Straßengraben gefunden. Die Tierärztin fand einen Chip – doch der war weder bei der deutschen Organisation "Tasso" noch in der Schweizer Datenbank von "Anis" registriert. Erst über eine lange Informationskette, an der der Chip-Hersteller sowie der deutsche Großhändler beteiligt war, kam heraus: Die Katze wurde in einer Praxis in der Region Leipzig gechipt. Mehr bekam die Praxis Eberli aus Datenschutzgründen jedoch nicht heraus.

Wahrscheinlich im LKW in die Schweiz mitgefahren

Bleibt nur die Frage: Wie kam der Vierbeiner 700 Kilometer weit? "Als sie gefunden wurde, war sie voller Motoröl", erklärt Tierärztin Patrizia Eberli der "Tag24". "Das sieht so aus, als wäre sie als blinder Passagier mitgefahren."

Zum Glück konnten Eberli und ihr Team die Findelkatze wieder aufpäppeln, inzwischen geht es ihr deutlich besser. Sie wurde im Tierheim an der Ron des Luzerner Tierschutzes untergebracht. Nun bleibt nur noch die Frage, ob sich Frauchen oder Herrchen aus Sachsen melden. Laut Schweizer Gesetz gibt es eine Wartefrist von zwei Monaten, bis ein Heimtier in ein neues Zuhause vermittelt wird.

Wie auch immer ihre Geschichte ausgeht: Dass sie ein dickes Fell hat, hat die widerstandsfähige Fellnase definitiv bewiesen!

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RKA

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