So spannend kann Anatomie sein

5 geniale Leistungen unseres Körpers, die ganz nebenbei ablaufen

Wahnsinn, wozu der menschliche Körper in der Lage ist
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17. Juni 2020 - 17:35 Uhr

Unser Herz pumpt Tag für Tag rund 8.000 Liter Blut

Unser Körper ist ein Wunder. 365 Tage im Jahr vollbringt er schier unglaubliche Leistungen, von denen wir in aller Regel nicht das Geringste mitbekommen. Das Knochenmark produziert jede Sekunde 2 Millionen neue rote Blutkörperchen, die Nieren reinigen jeden Tag rund 170 Liter Blut. Nervenimpulse rasen mit mehr als 400 Stundenkilometern kreuz und quer durch den Organismus und unser Herz pumpt Tag für Tag rund 8.000 Liter Blut - eine Flüssigkeitsmenge, mit der man einen Öltanker zweimal anstreichen könnte. Diese und noch mehr spannende Fakten über unseren Organismus hat Dr. Jürgen Brater für sein neues Buch "Ahatomie"* 🛒 (Riva-Verlag) zusammengetragen. Hier stellt der Mediziner aus Aalen fünf weitere verblüffende Leistungen vor, die unser Körper pausenlos mit unglaublicher Perfektion vollbringt. Und zwar ganz nebenbei, ohne dass wir auch nur eine Sekunde darüber nachdenken.

1. Wir wissen immer, wo uns der Kopf steht

"Selbst in absoluter Dunkelheit wissen wir immer, ob wir den Kopf gebeugt oder nach hinten gedreht haben, wo sich gerade unsere Hände und Füße befinden oder ob wir im Bett auf der rechten oder linken Seite liegen", sagt Dr. Brater. Möglich machen das Unmengen winziger Sensoren in Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken, die permanent deren Spannungszustand registrieren und an das Gehirn melden. "Aus den eingehenden Informationen leitet dieses dann pausenlos Entscheidungen über eventuell erforderliche Positionsänderungen ab, sendet entsprechende Befehle an die Muskeln und kontrolliert deren Tätigkeit", erklärt der Arzt.

2. Unser Darm nimmt jedes verwertbare Molekül auf

Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Frau und vertilgen gerade ein Menü von etwa 500 Gramm Gewicht. Und mittendrin schlucken Sie die Pille mit gerade mal 0,05 Milligramm Östrogen, also einem Zehnmillionstel dessen, was Sie insgesamt essen. Dann können Sie trotzdem absolut sicher sein, dass die Zellen der Darmschleimhaut jedes einzelne Molekül des Verhütungsmittels aus dem Speisebrei herausfischen und ins Blut weiterleiten - dass Sie also in diesem Monat nicht schwanger werden. Möglich machen das unvorstellbar umfangreiche Ein- und Ausstülpungen der Darmwand, die dessen Oberfläche auf gigantische 400 bis 500 Quadratmeter vergrößern.

3. Wir können im fahrenden Zug lesen

Lust auf ein Experiment? Bewegen Sie einmal eine Zeitung rasch vor Ihren Augen hin und her. Können Sie etwas lesen? Nein – weil die Buchstaben zu einer grauen Masse verschwimmen. Nun halten sie die Zeitung still und wackeln mit dem Kopf. Und siehe da: Jetzt bleibt das Geschriebene gestochen scharf. Dieses Phänomen, das uns etwa erlaubt, in einem ruckelnden Zug zu lesen, beruht darauf, dass das Gleichgewichtsorgan jede noch so kleine Kopfbewegung unverzüglich an das Gehirn meldet. Das befiehlt daraufhin den Augenmuskeln: "Sofort Ausgleichsbewegungen veranlassen!" Mit der Folge, dass das Bild auf der Netzhaut absolut stabil bleibt.

4. Unser Ohr schützt uns vor zu großem Lärm

Warum schadet es unseren Ohren eigentlich nicht, wenn wir laut brüllen? Schließlich ist unser Mund doch nicht weit von unserem Gehör entfernt. "Verhindert wird das durch einen Reflex, in dessen Folge ein winziger Muskel die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen im Innenohr herabsetzt, sodass nicht mehr der gesamte Schalldruck weitergeleitet wird", erklärt Dr. Brater. Deswegen nehmen wir uns selbst auch niemals so laut wahr wie andere. Besagter Reflex lässt sich sogar bewusst einsetzen: Wenn Sie wissen, dass es gleich sehr laut wird, schreien Sie – und schon wird der Lärm für Sie erträglicher.

5. Weiß bleibt weiß und gelb gelb

Die spektrale Zusammensetzung des Lichtes verändert sich im Lauf des Tages erheblich. Während mittags der Blau-Anteil überwiegt, gewinnt in den Morgen- und Abendstunden der rote Anteil die Oberhand. Eine weiße Wand müsste für uns demnach mittags einen deutlichen Blaustich haben, morgens und abends dagegen einen Rotstich. Hat sie aber nicht. Sie bleibt für uns ebenso weiß, wie eine Zitrone gelb und eine Tomate rot. Verantwortlich dafür sind spezielle Neuronen im Gehirn, die permanent die jeweilige spektrale Zusammensetzung des Lichts registrieren und automatisch Korrekturen vornehmen.

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