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3. Liga: Dennis Erdmann soll Spieler des 1. FC Magdeburg rassistisch beleidigt haben

"Das N-Wort hast du permanent gehört"

Saarbrücken-Verteidiger soll Gegenspieler rassistisch beleidigt haben

Baris Atik, Dennis Erdmann
Baris Atik (l.) erhob schwere Vorwürfe gegen Dennis Erdmann (r.).
Imago Sportfotodienst

Fiel bei Drittligaspiel das N-Wort?

Sollten diese Vorwürfe stimmen, muss eine richtig saftige Strafe her! Beim Drittligaspiel zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem 1. FC Magdeburg (2:1) soll es zu einem Rassismus-Skandal gekommen sein. Magdeburger Spieler beschuldigen Saarbrückens Dennis Erdmann, dass er sie aufs Übelste beleidigt haben soll, unter anderem mit dem N-Wort. Der Verteidiger selbst widerspricht über Dritte den Anschuldigungen.

Die Skandalakte Erdmann

Dennis Erdmann ist keiner, der wegen seiner fußballerischen Fähigkeiten bundesweite Schlagzeilen schreibt, es aber trotzdem ab und an mal auf die ganz große Aufmerksamkeitsbühne schafft. 2015 verletzte er damals im Trikot von Dynamo Dresden im DFB-Pokal Marco Reus mit einem bösen Foul schwer, schickte dem Verletzten hinterher einen Pullover aus seiner Kollektion mit der Aufschrift „In der Kreisliga hätte man weitergespielt“. Anbei lag ein Brief mit der Widmung: „Ein kleines Andenken an unsere gemeinsame Zeit.“ Erdmann schrieb außerdem: „Und da du Kurzurlaub liebst, komm doch mal an die schöne Ostsee.“

Schon vor diesen hämischen Worten äußerte er sich recht despektierlich im TV-Interview. „Er ist mir gegen das Knie gelaufen und hat sich dabei einen Pferdekuss geholt. Ich habe früher Kreisliga gespielt, da hat man kurz geguckt, kurz gerieben und hat weitergespielt. Aber ich glaube, im Bundesliga-Business ist das nicht mehr so üblich“, sagte Erdmann.

Im Oktober 2016 dann der nächste Fall. Diesmal traf es Duisburg-Stürmer Kingsley Onuegbu. „Die Partie wurde zum Schluss sehr intensiv. Dennis Erdmann dachte dann wohl, er kann meine Familie beleidigen. Bei allen Emotionen, die zum Fußball gehören: Ich lasse meine Familie nicht in so etwas hinein ziehen“, sagte Onuegbu nach dem damaligen Spiel zwischen dem MSV und Erdmanns damaligem Arbeitgeber Hansa Rostock. „Ich bin ein Familienmensch und so einen Scheiß akzeptiere ich einfach nicht. Da werde ich richtig wütend – und dann kann es gefährlich werden. Erdmann hat Glück, dass mich sein Trainer zur Seite genommen hat und sich für seinen eigenen Spieler entschuldigt hat.“

Trauriger Erdmann-Tiefpunkt?

Doch bei all den bisherigen Skandalen hat Erdmann den Bogen jetzt offenbar endgültig überspannt. Er soll nun seine Gegenspieler aufs Übelste rassistisch beleidigt haben. Geschehen soll das sein beim Drittligaspiel zwischen seinem 1. FC Saarbrücken und dem 1. FC Magdeburg (2:1). FCM-Spieler Baris Atik warf Erdmann hinterher vor, Amara Condé, Sirlord Conteh und ihn „rassistisch beleidigt“ zu haben. „Das kann man nicht dulden. Klar sind Emotionen drin, aber rassistisch beleidigt zu werden, ist richtig asozial.“

Sein Teamkollege Condé wurde noch konkreter und beschrieb das ganze Ausmaß der vermeintlich ekelhaften Anfeindungen Erdmanns. „Ich möchte niemanden bewusst angreifen, aber das geht so nicht. Das meiste ging gegen unseren Mitspieler Sirlord Conteh. Das war der Wahnsinn, da kamen Sprüche wie ‘Sag’ deinen Eltern, die sollen wieder zurückpaddeln’“, sagte Condé. „Das N-Wort hast du permanent gehört und immer war eine dreckige Lache dabei.“ Und die soll nicht nur von Erdmann gekommen sein.

Mageburgs Profis sagten ebenfalls, dass sie die Beleidigungen auch Schiedsrichter Robert Kampka übermittelt hätten, der will von den Anfeindungen nichts gehört haben. Auch im Spielberichtsbogen soll er keine weiteren Anmerkungen vorgenommen haben.

Und Erdmann gibt sich unschuldig. Über Saarbrückens Pressesprecher Peter Müller teilte er mit: „Ich habe lediglich gesagt, halte die Klappe und spiele weiter Fußball. Der Schiedsrichter stand direkt daneben.“ (sho)