Neue Corona-Regeln bringen neue Herausforderungen

2G im Handel, 3G im Bus: Wer soll das alles kontrollieren?

03. Dezember 2021 - 23:46 Uhr

Ohne Impfung geht (fast) nichts mehr

Ohne Corona-Impfung geht (fast) nichts mehr. Bund und Länder haben sich bekanntlich auch auf 2G im Einzelhandel geeinigt. Wer in der Vorweihnachtszeit Schuhe, Schmuck oder Elektronik shoppen will, muss entweder genesen sein oder braucht ein Impfzertifikat. Das gilt auch für die Gastronomie. In Bussen und Bahnen braucht man zumindest einen 3G-Nachweis. Aber: Wer soll das eigentlich alles kontrollieren?

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"Maßnahmen unverhältnismäßig"

Den Handel bringt die 2G-Regel in Bedrängnis. Diese Auffassung vertritt zumindest Steffen Genth. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) kritisiert: "Die Maßnahme ist an sich unverhältnismäßig, gerade, weil es keinerlei Entschädigung für diese zusätzlichen Auflagen gibt", sagte Genth im phoenix-Interview und erklärte weiter: "Denn wir führen ja Kontrollen durch, die der Staat normalerweise machen müsste."

Daher fordert der HDE-Hauptgeschäftsführer dringend eine Umstrukturierung der Hilfen für Ladenbesitzer. Sonst "gefährden wir die Existenz von tausenden mittelständischen Einzelhändlern. Das kann nicht die Zielsetzung der Bundesregierung sein", so Genth weiter.

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Bovenschulte fordert kreative Lösungen

Während aus der Wirtschaft also Kritik kommt, verteidigen Politiker den Beschluss von Bund und Ländern. "Das ist ja jetzt nicht einfach so aus lauter Luft und Liebe gemacht worden, weil man den Einzelhandel ärgern will, sondern um eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems in den Griff zu kriegen", sagte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte im ARD-Mittagsmagazin.

Die Einzelhändlerinnen und Einzelhändler sollten pragmatisch-kreativ an die 2G-Regelung rangehen, so Bovenschulte. Es gebe zum Beispiel Modelle, wo sich verschiedene Einzelhändler zusammentun, die Kundinnen und Kunden zentral kontrollierten und Armbändchen als Zugangsberechtigung ausgeben würden.

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Über 1.000 Verstöße an Kontrolltag in Rheinland-Pfalz

Aber nicht nur der Einzelhandel muss kontrolliert werden. Auch in Bussen, Bahnen oder der Gastronomie müssen die Nachweise gecheckt werden. Offiziell sind die Polizei und die kommunalen Ordnungsämter zuständig. "Aber da kommen jetzt schon laute Rufe, man sei gar nicht in der Lage, das alle von der Kapazität zu kontrollieren. und auch für jedes Bundesland zu durchschauen", erklärt RTL-Reporterin Franca Lehfeldt. Und dass die Regeln häufig nicht eingehalten werden, zeigt ein landesweiter Kontrolltag in Rheinland-Pfalz. Dort sind nämlich an einem einzigen Tag über 1.000 Verstöße festgestellt worden. Beim Kontrolltag seien 813 Verstöße gegen die Maskenpflicht sowie zehn Verstöße gegen den Mindestabstand registriert worden.

In 81 Fällen sei die 3G-Regel im öffentlichen Nahverkehr oder anderen Verkehrsmitteln nicht eingehalten worden. Zudem seien 186 Verstöße gegen die 2G-Regel aufgefallen, die unter anderem in der Gastronomie gilt. Bei den Kontrollen wurden außerdem fünf Menschen mit gefälschten Impfausweisen erwischt. Landesweit waren rund 450 Polizisten im Einsatz. (xst,dpa)

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