Eigentlich war er wegen versuchten Mordes angeklagt

26-Jähriger aus Kaltenkirchen muss wegen Brandstiftung ins Gefängnis

Das Hotel "Landhaus" in Kaltenkirchen (Schleswig-Holstein) steht in Flammen.
Das Hotel "Landhaus" in Kaltenkirchen (Schleswig-Holstein) steht in Flammen.
© RTL

10. Juni 2021 - 18:09 Uhr

Auslöser war ein Streit mit einem ehemaligen Arbeitskollegen

Es war Freitag, der 13. November 2020, als Rene W. in Kaltenkirchen, Schleswig-Holstein ein ganzes Hotel in Brand setzte. Der Auslöser war eine Auseinandersetzung zwischen ihm und einem ehemaligen Arbeitskollegen, der im Obergeschoss des Hotels wohnte. Rene W. hat ihm einen Brief vorbeibringen wollen. Der Bekannte wollte ihn aber nicht reingelassen. Die Situation im Hausflur eskalierte. Aus Wut und Rache griff der 26-Jährige dann zu einem Grillanzünder und steckte einen Müllsack in Nähe des Hotels in Brand. Das Feuer breitete sich rasant aus und griff auf das ganze Hotel über.

Vor dem Landgericht Kiel hat der Angeklagte während der Verhandlung die Tat gestanden. Wegen Brandstiftung und fahrlässiger Brandstiftung haben ihn die Richter zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

War es versuchter Mord?

Das Feuer habe sich so schnell ausgebreitet, weil ein Fass mit Frittierfett in der Nähe gestanden hat, so die Staatsanwaltschaft. Das wirkte wie ein Brandbeschleuniger. Deshalb ist die Staatsanwaltschaft von ihrem ursprünglichen Vorwurf des versuchten Mordes abgerückt. Bei der Urteilsentscheidung habe außerdem die schwierige Vergangenheit des Angeklagten eine große Rolle gespielt. Reporterin Catharina Tomm, die am Donnerstag im Gerichtssaal das Urteil verfolgt hat, berichtet: "Rene W. wurde als Kind drogenabhängiger Eltern geboren. Da die sich nicht um ihn kümmern konnten, wuchs er in einer Pflegefamilie in Kaltenkirchen auf. Sein Vater starb an einer Überdosis. Schon mit 13 Jahren fing er an Alkohol zu trinken und Drogen zu konsumieren. Mehrfach war er in einer Jugendpsychiatrie, doch hier fand man keinen Zugang zu ihm."

Hotel und Existenzen zerstört

Es konnten sich zwar alle Personen im Hotel "Landhaus" in Kaltenkirchen noch rechtzeitig vor den Flammen retten, das Hotel jedoch wurde vollends zerstört. Der Sachschaden des Hotel-Inhabers Arne Herzbach beläuft sich auf 175.000 Euro, wovon die Versicherung lediglich die Hälfte übernimmt. Herzbach arbeitet nun daran, das Hotel bis nächsten Sommer wieder aufzubauen.
(lri)

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